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Medienecho

Deutschland hat im ersten Halbjahr die Importe aus Aserbaidschan um 342% und aus Kasachstan um mehr als 92% gesteigert. Das geht aus der neuen Außenhandelsstatistik des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft hervor.
Der Einbruch der deutschen Exporte nach Russland und Weißrussland wird durch die nach Polen und der Tschechischen Republik mehr als ausgeglichen. Der Handel mit der Ukraine ist nicht so stark zurückgegangen, wie es unter Kriegsbedingungen zu erwarten gewesen wäre. Das sind die wichtigsten Ergebnisse der deutschen Außenhandelsstatistik für das erste Halbjahr 2022, die der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft vorlegte
Russlands Überfall bringt Deutschlands Ost-Handel durcheinander, aber nicht aus dem Konzept. Zufrieden zeigte sich Ostausschuss-Geschäftsführer Michael Harms über die vergleichsweise stabile Entwicklung im Ukraine-Handel.
Am Montag hat Russland den Gashahn nach Deutschland wegen Wartungsarbeiten vorerst abgedreht. Der Wirtschaftsexperte Michael Harms erklärt, warum er davon ausgeht, dass Nord Stream 1 wieder befüllt wird. Außerdem spricht er über die Folgen der wirtschaftlichen Sanktionen.
Westliche Produkte gelangen weiterhin nach Russland, obwohl sich viele Firmen aus dem Land zurückgezogen haben. Russland hat sogenannte Parallelimporte von mehr als 50 Warengruppen legalisiert. So nennt man Importe ohne Zustimmung des Herstellers, die meist über Drittländer abgewickelt werden, die keine Sanktionen verhängt haben. Ökonomen gehen davon aus, dass parallel importierte Waren mindestens 20 Prozent mehr kosten. „Wegen des hohen Preises können sich nur vermögende Menschen die parallel importierten Produkte leisten“, sagt Jens Böhlmann, Experte beim Ost-Ausschuss der deutschen Wirtschaft. Die breite Masse profitiere nicht.
Trotz des russischen Krieges gegen die Ukraine wächst der deutsche Außenhandel mit Osteuropa deutlich. Der gesamte Warenverkehr mit den 29 Ländern – Exporte und Importe zusammen – legte von Januar bis Mai um 12,6 Prozent auf 229 Milliarden Euro zu, wie aus den am Mittwoch veröffentlichten Daten des Ost-Ausschusses der deutschen Wirtschaft hervorgeht. „In einem extrem schwierigen außenwirtschaftlichen Umfeld zeigt sich der deutsche Außenhandel mit Mittel- und Osteuropa insgesamt noch robust“, hieß es dazu.
Am 20. Juni sprach Ost-Ausschuss-Geschäftsführer Michael Harms im Interview mit dem britischen Radiosender BBC Radio Four über die jüngere Geschichte der deutsch-russischen Handelsbeziehungen. „Ich würde nicht sagen, dass Wandel durch Handel als Ansatz gescheitert ist,“ sagte Harms, „im Gegenteil: wir sollen weiter dabeibleiben, durch unsere Wirtschaftstätigkeit unsere Werte zu vermitteln“. Bis zum Krieg bewegte sich laut Harms die russische Gesellschaft in eine positive Richtung, nicht zuletzt dank der 280,000 Arbeitsplätze, die deutsche Firmen im Land geschaffen haben.
Der Krieg in der Ukraine drückt gerade auf das Bruttoinlandsprodukt im Land, erklärt Stefan Kägebein, Regionaldirektor für Osteuropa beim Ost-Ausschuss. Außerdem beschreibt er vor dem Hintergrund der diskutierten EU-Beitrittsperspektive, bei welchen Gütern die Ukraine die EU stärken könnte. Vor allem auf den Gebieten der Agrarmittel, Automobilindustrie und im IT-Sektor habe die Ukraine der Europäischen Union etwas zu bieten. Zudem sieht er bei Stromexporte große Chancen für das Land: "Die Ukraine sieht auch als zukünftiges Geschäftsfeld die Produktion von grünen Energien."
Trotz des russischen Krieges gegen die Ukraine wächst der deutsche Außenhandel mit Osteuropa. Der gesamte Warenverkehr mit den 29 Ländern – Exporte und Importe zusammen – legte von Januar bis April um 11,6 Prozent auf rund 181 Milliarden Euro zu, wie aus den am Dienstag veröffentlichten Daten des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft hervorgeht. „Eine verlässliche Stütze des deutschen Außenhandels in der Region bleiben die wachstumsstarken Länder Mittelosteuropas“, sagte dazu Ost-Ausschuss-Geschäftsführer Michael Harms. Die deutschen Ausfuhren in die drei wichtigsten Absatzmärkte Polen, Tschechien und Ungarn legten allein im April zwischen zehn und 15 Prozent zu.
Es gebe so etwas wie eine neue Normalität, beobachtet Stefan Kägebein. Der Regionaldirektor Osteuropa beim Ost-Ausschuss ist mit deutschen Unternehmen in der Ukraine regelmäßig in Kontakt. „Die Menschen in der Ukraine versuchen, sich irgendwie an die Situation anzupassen, weil sie nicht dauerhaft im Krisenzustand leben wollen.“ Die Arbeit lenke vom Kriegsgeschehen ab. Die ukrainische Bevölkerung wolle „weitermachen und nicht zu Hause herumsitzen“.

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