Regionale Kooperation als Ziel

21. April 2015

Ost-Ausschuss traf die Wirtschaftsminister des Westbalkans/ Fortsetzung der Gespräche vom Vorjahr

Im April 2015 lud der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft die Wirtschaftsminister der Region des Westlichen Balkan zu einem Gespräch mit Unternehmensvertretern ein. Ziel war es, an die Gespräche anzuknüpfen, die im Rahmen des Westbalkan-Gipfels und der regionalen Wirtschaftskonferenz angestoßen wurden, die der Ost-Ausschuss gemeinsam mit der montenegrinischen Wirtschaftskammer im September 2014 in Budva organisierte.

Gemeinsam mit dem serbischen Wirtschaftsminister Zeljko Sertic, dem montenegrinischen Minister für Wirtschaft Vladimir Kavaric und dem mazedonischen Vizeminister für wirtschaftliche Entwicklung Hristijan Delev diskutierten zehn Unternehmensvertreter den aktuellen Stand der Projekte der Regierungen sowie der Unternehmen. Mit Blick auf die anstehende Fortsetzung der Gespräche von Berlin im August dieses Jahres in Wien hatte der Ost-Ausschuss auch den Botschafter der Republik Österreich sowie Vertreter des Bundeswirtschaftsministeriums, der Generaldirektion für Erweiterung der EU Kommission sowie des Regional Cooperation Council (RCC) eingeladen.

In seiner Begrüßung erinnerte Ost-Ausschuss-Geschäftsführer Rainer Lindner an die auf dem Berliner Westbalkan-Gipfel erklärten Ziele der Stärkung der regionalen Kooperation nicht nur im Bereich der wirtschaftlichen Entwicklung, sondern auch auf den Feldern der guten Regierungsführung und der Versöhnung – Themenbereiche, die die Basis für eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung in der Region bilden, die Wohlstand schaffen kann. Mit Freude höre man, dass wichtige Infrastrukturprojekte weiter vorangetrieben würden und Gesprächsgegenstand des Treffens der Premierminister der Region mit EU-Erweiterungskommissar Johannes Hahn am gleichen Tag in Brüssel seien – ein gewichtiger Grund für die Abwesenheit der anderen Minister, die dort die Gespräche begleiteten.

Joachim Haas, der die Gäste im Namen des Hausherrn Deutsche Telekom begrüßte, unterstrich die große Bedeutung der Digitalisierung, die notwendig für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung der Region sei. Stabile und effiziente Rahmenbedingungen und die regionale Kooperation bei der Entwicklung der notwendigen Infrastruktur seien von zentraler Bedeutung.

Die Wirtschaftsminister nutzten die Gelegenheit, über aktuelle Projekte der Regierungen sowie den Stand der Abstimmung zu den Infrastrukturprojekten im Bereich Straße, Schiene und Energie zu informieren. Ein zentrales Thema bei der Umsetzung der Projekte ist nach wie vor die Frage der Finanzierung. Hier ist man mit den verschiedenen Institutionen im Gespräch. Ein wichtiger Schritt zur wirtschaftlichen Entwicklung des Westlichen Balkan auch als Beschaffungsmarkt für deutsche Unternehmen wird mit der Einkaufsinitiative gegangen, die durch das Bundeswirtschaftsministerium finanziert und vom Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) in Kooperation mit der Delegation der Deutschen Wirtschaft in Belgrad umgesetzt wird.

Lindner unterstrich in seiner Zusammenfassung das Interesse der deutschen Wirtschaft an einer positiven und friedlichen Entwicklung in der Region, deren klares Ziel die Integration in die europäischen Strukturen sein muss. Der Ost-Ausschuss wird sich weiter aktiv in die Diskussionsprozesse einbringen und im kommenden Jahr gemeinsam mit der Wirtschaftskammer Montenegros an die Konferenz 2014 in Budva anknüpfen.

Anja Quiring
Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft