Eckhard Cordes im Interview mit FOCUS Online
Am 27. September veröffentlichte Focus Online ein Interview mit dem Ost-Ausschuss-Vorsitzenden Eckhard Cordes zur Ukraine-Krise und Sanktionsproblematik, das wir hier dokumentieren:
Am 08.09.2014 beschloss der Rat der Europäischen Kommission eine weitere Sanktionsrunde gegen Russland.
Die Sanktionen traten durch Veröffentlichung im EU-Amtsblatt am heutigen Freitag, den 12.09.2014 in Kraft. Die Liste der Personen, gegen die ein Einreiseverbot und das Einfrieren ihrer Vermögenswerte beschlossen wurde, verlängert sich um 24 Personen auf nunmehr 119.
Eckhard Cordes im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung
Im Interview mit Dr. Thomas Gutschker von der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (Ausgabe 14.9.) gab der Vorsitzende des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft Eckhard Cordes eine Stellungnahme zur gegenwärtigen Entwicklung im Ukraine-Konflikt ab, die wir hier im vollen Wortlaut dokumentieren.
Unternehmensvertreter und Wirtschaftsminister aus acht Ländern treffen sich am 24. September in Montenegro / Cordes: Regionale Zusammenarbeit ist Schlüssel zu Wachstum
Erst am 28. August fand in Berlin auf Anregung von Bundeskanzlerin Angela Merkel eine große Westbalkankonferenz statt, an der sich auch der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft beteiligte. Nur vier Wochen später können wichtige Akteure der Berliner Konferenz ihre begonnenen Gespräche fortsetzen.
Sanktionen beschleunigen negativen Trend/ Unklarheiten bei Auslegung der Sanktionsvorschriften
Die deutsche Wirtschaft musste im ersten Halbjahr erhebliche Verluste bei den Exporten nach Russland, die Ukraine und weitere Länder der Region hinnehmen: Nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes, die der Ost-Ausschuss für die Länder Osteuropas aufbereitet hat, sanken die deutschen Ausfuhren nach Russland im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 15,5 Prozent, oder umgerechnet um 2,8 Milliarden Euro. Die Einbrüche bei Exporten in die Ukraine summierten sich im gleichen Zeitraum auf 880 Millionen Euro (minus 32 Prozent).
Kirchberg: Deutsche Investoren verzichten zunehmend auf Projekte in Russland/ Gegenseitiges Vertrauen ist Voraussetzung für stärkeres Engagement
Die Arbeitsgruppe Agrarwirtschaft im Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft erwartet negative Folgen des russischen Importverbots für Lebensmittel auf zukünftige Investitionsvorhaben im russischen Agrar- und Ernährungssektor: „Die am 6. August 2014 eingeführten russischen Handelssanktionen dürften sich auf geplante Direktinvestitionen deutscher und westeuropäischer Unternehmen im Agrar- und Ernährungssektor in Russland negativ auswirken und dadurch den Modernisierungsprozess in Russland verzögern", warnt Thomas Kirchberg, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Agrarwirtschaft im Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft. „Bereits jetzt melden uns Firmen, dass sie geplante Projekte auf Eis legen oder ganz absagen.“
„Der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft hat frühzeitig vor der Ausweitung der Ukraine-Krise auf die globale Wirtschaft und dem Abgleiten in eine Spirale aus gegenseitigen Wirtschaftssanktionen gewarnt. Die Wirtschaftssanktionen der Europäischen Union und die Gegensanktionen der Russischen Föderation werden die bereits angespannte wirtschaftliche Lage in der Region weiter verschärfen. Die jetzt beschlossenen Gegensanktionen Russlands werden den negativen Trend bei den deutschen Exporten nach Russland verstärken.
Unternehmertreffen mit dem moldauischen Premier Leanca in Berlin
Am 10. Juli 2014 fand in Berlin auf Einladung des Ost-Ausschusses ein Arbeitsfrühstück von deutschen Unternehmensvertretern mit dem moldauischen Premierminister Iurie Leanca und Vizepremierminister Eugen Carpov statt. Im Mittelpunkt des Treffens standen die wirtschaftlichen Chancen des EU-Assoziierungsabkommens, das die Republik Moldau Ende Juni in Brüssel unterschrieben und vor wenigen Tagen auch mit Parlamentsmehrheit ratifiziert hatte.
Ost-Ausschuss-Umfrage: Ukraine-Krise wird zur Belastung für die deutsche Wirtschaft
Die Ukraine-Krise wirkt sich erheblich auf Unternehmen aus, die in Russland und der Ukraine investiert sind. Dies zeigt eine Umfrage des Ost-Ausschusses unter rund hundert deutschen Unternehmen, die der Ost-Ausschuss-Vorsitzende Eckhard Cordes in Berlin vorstellte. „Diese Krise ist Gift für die Konjunktur in Russland und der Ukraine. Je länger sie dauert, desto größer sind die Infektionsgefahren für die umliegenden Volkswirtschaften und für Deutschland“, sagte Cordes. „Deshalb erhoffen wir uns von allen Beteiligten, dass sie eine Ausweitung der Krise verhindern und die sich jetzt bietenden Chancen zu einer Deeskalation entschlossen nutzen.“
2. east forum Berlin stößt Debatte über gemeinsamen europäischen Wirtschaftsraum an / Ukraine und Russland hochrangig vertreten
Mit einem eindringlichen Appell an die verantwortlichen Politiker in Ost und West, alles für eine friedliche Lösung des Ukraine-Konfliktes zu tun und Schaden von der europäischen Wirtschaft abzuwenden, endete am Donnerstagnachmittag das 2. east forum Berlin. An der zweitägigen Konferenz, die gemeinsam von der UniCredit und dem Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft organisiert und vom Land Berlin unterstützt wurde, nahmen am 9. und 10. April rund 300 Unternehmensvertreter und Politiker aus 20 Ländern teil, 16 Botschaften präsentierten sich mit eigenen Ständen. Minister aus zehn Ländern waren beim east forum Berlin vertreten, darunter Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier und der moldauische Premierminister Iurie Leanca, die gemeinsam mit dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit zu Beginn sprachen.
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