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Aufholjagd in Usbekistan

Online-Austausch mit Usbekistans Vize-Premier Umurzakov. Foto: OA
09.03.2021
Deutsche Unternehmen im Austausch mit Vize-Premier Sardor Umurzakov/ Usbekistan will Export steigern

Fast ein Jahr ist es her, dass sich deutsche Unternehmen zuletzt mit dem usbekischen Vize-Premierminister und Minister für Außenhandel und Investitionen Sardor Umurzakov getroffen hatten. Am 9. März war es wieder soweit. Dazwischen ist viel passiert: Die Corona-Krise hat Usbekistan, aber auch den deutsch-usbekischen Handel stark getroffen. So ging der bilaterale Handelsumsatz 2020 um 30 Prozent zurück, was vor allem auf den Einbruch bei den deutschen Exporten nach Usbekistan zurückzuführen ist, die den Handel dominieren.

Jahr der Beschleunigung

Dieser Einbruch im Handel war umso auffälliger, als Usbekistan in den vergangenen Jahren eine regelrechte Aufholjagd gestartet hat. Dazu rief Vize-Premierminister Umurzakov in seiner Eröffnung dann auch auf. 2021 sieht er als ein Jahr der Beschleunigung in den deutsch-usbekischen Wirtschaftsbeziehungen. Im laufenden Jahr seien 24 gemeinsame Projekte mit einem Gesamtvolumen von über einer Milliarde US-Dollar geplant. Umurzakov bekräftigte, dass die usbekische Regierung den Investoren die bestmöglichen Rahmenbedingungen zur Verfügung stellen wolle. Gleichzeitig werde die Regierung an dem eingeleiteten Reformprozess und der Öffnung der Wirtschaft festhalten. Chancen sehe man in allen Branchen, vor allem aber in der Textilwirtschaft und der Digitalisierung. Gleichzeitig stehe ein umfangreicher Privatisierungsprozess an.

Vertreter der großen staatlichen Holdings stellten Investitionsprojekte in der Chemie-, Bau-, Textil- und Pharmaindustrie vor. In all diesen Branchen sind umfangreiche Reformprozesse im Gange. Dabei ist das zentralasiatische Land an technischem Know-how und Expertise interessiert, denn Usbekistan will die eigene Exportfähigkeit deutlich steigern.

Reform- und Öffnungsprozess unumkehrbar

In der anschließenden Frage-Antwort-Runde, die durch Ost-Ausschuss-Geschäftsführer Michael Harms moderiert wurde, konnten die Unternehmen ihre konkreten Anliegen und Projekte ansprechen. Auch hier wurde noch einmal deutlich: Usbekistan hat sich dem Reform- und Öffnungsprozess verschrieben und sieht diesen als unumkehrbar an. Das Land engagiert sich immer stärker regional und international. Derzeit wird mit der Europäischen Union der GSP+ Status verhandelt. Dieses Allgemeine Präferenzsystem der EU und die damit verbundenen Zollerleichterungen würden noch einmal eine Turbozündung für die usbekischen Exporte und für die Produktion vor Ort bedeuten.

Eduard Kinsbruner
Regionaldirektor Zentralasien im Ost-Ausschuss

Kontakt

Eduard Kinsbruner
Regionaldirektor Zentralasien
Tel.: 030 206167-114
E.Kinsbruner@oa-ev.de

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