Protektionismus, Digitalisierung und Cyber Security sind Schwerpunkte des 5. east forum Berlin

31. März 2017

Internationale Konferenz unterstreicht Willen zur Zusammenarbeit in einem gemeinsamen Wirtschaftsraum von Lissabon bis Wladiwostok

Unter dem Motto „The future of European and Eurasian partnership: Rebuilding trust. Defining drivers. Overcoming barriers” bietet das 5. east forum Berlin am 6. April 2017 wieder über 300 internationalen Teilnehmern aus Wirtschaft und Politik eine Plattform zum Dialog über einen gemeinsamen Wirtschaftsraum von Lissabon bis Wladiwostok. Angesichts zunehmender protektionistischer Tendenzen in der Weltwirtschaft, ausgelöst durch den Brexit und die neue US-Administration, will die Konferenz ein klares Zeichen für internationale Zusammenarbeit und offene Märkte setzen.

Das east forum Berlin wird von der UniCredit, dem Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft und der METRO AG Wholesale & Food Specialist Company getragen. Als Kooperationspartner sind der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und Schaeffler Technologies dabei.

Im Hinblick auf den Brexit und die gegenwärtige Debatte über mögliche Szenarien für die Weiterentwicklung der EU fordert Giuseppe Vita, Vorsitzender des Verwaltungsrats der UniCredit, dazu auf, schnell über die Zukunft der Union zu entscheiden. „Es ist wichtig, dass wir uns darauf konzentrieren, was uns verbindet und was unsere Verbindungen stärkt. Ich glaube, dass die Zukunft der EU in einer vertieften Integration liegt, an der idealerweise alle 27 Mitglieder beteiligt sind.“

Wolfgang Büchele, Vorsitzender des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft, warnt davor, internationale Organisationen wie die EU und die Welthandelsorganisation in Frage zu stellen: „Die Schwäche der WTO von heute, könnten die Handelskriege von morgen sein.“

Neue Impulse

Büchele erhofft sich durch das east forum Berlin dagegen neue Impulse zur Schaffung eines gemeinsamen europäischen Wirtschaftsraums, der auch Russland einschließt: „Es ist gut, dass vom east forum Berlin 2017 wieder die klare Botschaft ausgehen wird, dass ein gemeinsamer Wirtschaftsraum von Lissabon bis Wladiwostok keine Utopie bleiben soll. Gerade in Zeiten, in denen im anglo-amerikanischen Raum von stärkerer Abschottung die Rede ist, sollten wir dieses Projekt mit Leben füllen.“

Olaf Koch, Vorstandsvorsitzender der METRO AG beobachtet, dass alte Wertvorstellungen über Integration als Garant für politische und wirtschaftliche Stabilität unter Druck geraten sind. Ein Grund dafür sei auch das schwache Wirtschaftswachstum, welches die Entstehung populistischer Tendenzen überall in der Welt begünstigt. „Wir dürfen nicht aufhören, nach Treibern für Innovation und wirtschaftlichem Wachstum zu suchen, um sozialen Ungleichgewichten entgegenzuwirken aber auch um das Bündnis zwischen EU und der Eurasischen Wirtschaftsunion wieder zu stärken.“

Digitalisierung als Schwerpunkt

Digitalisierung ist auch einer der Schwerpunkte im Jubiläumsjahr des east forum Berlin. Dadurch werden die Beziehungen zwischen Unternehmen und Kunden sowie die Produktions- und Wertschöpfungsketten auf völlig neue Grundlagen gestellt. Voraussetzung für die Nutzung dieser Potenziale sind sowohl gemeinsame internationale Standards für den Datenverkehr, als auch gemeinsame Regeln zur Verbesserung der Cyber Security – beides Themen in der Vormittagssession des east forum Berlin. In der zweiten Session geht es um einen Dialog zwischen der EU und der Eurasischen Union zum Abbau von Handelsbarrieren in Europa und Eurasien. In einer Präsentation am Nachmittag geht es dann um die Zukunft von Mobilität und Konnektivität. Vorgestellt wird der Hyperloop, eine Hochgeschwindigkeitskapsel, die sich wie eine Rohrpost in einer Röhre mit Teilvakuum fortbewegt. Ein von einem Studententeam der TU München entwickeltes Gerät gewann im Januar in Kalifornien den von Elon Musk ausgelobten Preis für den schnellsten Prototyp. Die Konferenz endet am Abend des 6. April mit einer von Thomas Roth moderierten Diskussionsrunde.

Zu den Rednern der Konferenz gehören 2017 der Vorsitzende der Eurasischen Wirtschaftskommission Tigran Sargsyan, der stellvertretende WTO-Generalsekretär Karl Brauner, DIHK-Präsident Eric Schweitzer, der Präsident von Digital Europe Markus Borchert sowie Gabriel Felbermayr, Direktor am Ifo-institut München. Die Eurasische Wirtschaftskommission ist zudem mit zwei weiteren Ministerinnen in Panels vertreten. Rund 20 Länder werden auf Minister- oder Botschafter-Ebene vertreten sein. Wie schon im vergangenen Jahr unter deutscher Präsidentschaft verbindet sich das east forum Berlin auch 2017 mit der Connectivity-Agenda der OSZE, diesmal unter österreichischem Vorsitz.

Das Programmheft zum 5. east forum Berlin und weitere Informationen finden Sie hier. Folgen Sie uns zudem auf Twitter unter @eastforumberlin.