Bilaterales Diskussionsforum für junge Führungskräfte

15. November 2008

Deutsch-Russische Gespräche Baden-Baden feiern Premiere

Der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft veranstaltete zusammen mit der Robert Bosch Stiftung und der BMW Stiftung Herbert Quandt vom 11. bis zum 19. Oktober 2008 ein Intensivseminar für junge Führungskräfte aus Deutschland und Russland. In Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste eröffnete der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder die Deutsch-Russischen Gespräche Baden-Baden als neuartiges bilaterales Diskussionsforum und unterstrich die großartigen Chancen, die sich aus einem Dialog zwischen den strategischen Partnern Deutschland und Russland ergeben können.

In der herausragenden Atmosphäre des Palais Biron in Baden-Baden diskutierten die 25 deutschen und russischen Teilnehmer nach Impulsreferaten von Experten aus Russland und Deutschland sehr offen und engagiert über die  politischen und wirtschaftlichen Beziehungen beider Länder. Auf der Agenda in Baden-Baden standen aktuelle Themen wie die europäisch-russische Energiepartnerschaft, die Auswirkungen der globalen Finanzkrise auf Mittel- und Osteuropa sowie das unterschiedliche Medienbild in beiden Ländern, wie es sich zuletzt während der Kaukasus-Krise zeigte. In Vorträgen wurden zudem die Rolle von Unternehmern als Stifter und Mäzene beleuchtet und die Regeln guter Unternehmensführung in Deutschland und Russland miteinander verglichen.

Zu den Referenten des Intensivseminars gehörten neben russischen und deutschen Spitzenmanagern auch der Ständige Vertreter Russlands in Brüssel, Vladimir Chizhov, der Gründer von Transparency International, Peter Eigen, und Markus Ederer, Leiter des Planungsstabes im Auswärtigen Amt Berlin. Die Referate wurden ergänzt durch Betriebsbesichtigungen bei der Herrenknecht AG, einem mittelständischen Unternehmen und Weltmarktführer im maschinellen Tunnelvortrieb sowie einer Werksführung in den Daimler-Werken in Rastatt. Vor Ort wurde die herausragende wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung des Mittelstands in Deutschland sehr plastisch dargestellt, sowie die Notwendigkeit der Herausbildung entsprechender Strukturen in Russland, wo erst
17 Prozent der Gesamtwirtschaftsleistung auf kleine und mittlere Unternehmen entfallen.

Mit der breiten Themenwahl des Seminars wurde eine gegenseitige Sensibilisierung für unterschiedliche gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Ansichten in beiden Ländern erreicht. Im sehr angeregt geführten Dialog warben die Teilnehmer für die Verhältnisse im eigenen Land und überdachten kritisch die bisher eingenommenen Standpunkte.

Ein wichtiges Ziel des Seminars war weiterhin die Bildung von Netzwerken und persönlichen Kontakten zwischen den Teilnehmern. Bei der Lösung von Aufgabenstellungen in gemischten Gruppen beim informellen „Networking in Nature“, dem Meinungsaustausch in den Fachforen sowie den gemeinsamen Kulturveranstaltungen wurden schnell  grenzüberschreitende Brücken gebaut und Freundschaften geschlossen.

Beim festlichen Abschlussdinner, für das Günther Oettinger, Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg, als Gastredner gewonnen werden konnte, zog Klaus Mangold, Vorsitzender des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft, eine positive Bilanz des neuntägigen Seminars. Mit den erstmalig stattfindenden Deutsch-Russischen Gesprächen Baden-Baden sei es gelungen, eine wichtige Diskussionsplattform zu schaffen, die den deutsch-russischen Beziehungen neue Impulse geben kann. Eine Fortsetzung im kommenden Jahr ist geplant.

Matthias Toepfer
Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft