Lebhafte Diskussion über Lokalisierung

24. November 2016

Unternehmergespräch des Ost-Ausschusses mit dem russischen Vize-Premierminister Arkadij Dworkowitsch in Düsseldorf

Im Rahmen der Deutsch-Russischen Rohstoff-Konferenz am 24. November 2016 in Düsseldorf organisierte der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft gemeinsam mit dem Deutsch-Russischen Rohstoff-Forum ein Unternehmergespräch mit dem Vize-Premierminister der Russischen Föderation Arkadij Dworkowitsch unter Leitung des stellvertretenden Ost-Ausschuss-Vorsitzenden und Russland-Sprechers Klaus Schäfer, dem Vorstandsvorsitzenden der Uniper SE.

Dworkowitsch ist als Vize-Premier für die Bereiche Energie und Rohstoffe, Pharmaindustrie, IT und Kommunikationstechnologien, Landwirtschaft, Transport und allgemeine Industriepolitik mit Ausnahme des Rüstungssektors verantwortlich. Darüber hinaus ist er stellvertretender Vorsitzender der Kommission für Importsubstitution, die von Premierminister Dmitrij Medwedjew geleitet wird. Der russische Vize-Premierminister war somit ein kompetenter Ansprechpartner für 13 deutsche Unternehmensvertreter aus den Branchen Automotive, Hightech, Pharmaindustrie, Landtechnik, Rohstoffe sowie Transport und Logistik.

Lokalisierung betrifft alle

Insbesondere die Themen Lokalisierung und Importsubstitution betrafen fast alle anwesenden Unternehmensvertreter. Die Diskussion drehte sich daher vor allem um klare Regeln für die Lokalisierung für alle Unternehmen und gleichberechtigten Marktzugang. So empfahlen die deutschen Unternehmen eine flexible Handhabung der Richtlinien zur Berechnung des Lokalisierungsanteils, die beispielsweise auch das Thema „After sales“ - zum Beispiel bei der Lokalisierung des technischen Services und der Wartung nach dem Verkauf - einbeziehen sollten. Zudem halten es die deutschen Unternehmen für eine erfolgreiche Lokalisierung für dringend notwendig, die Zulieferbasis in Russland zu stärken. Angesprochen wurden zudem Probleme bei konkreten fortgeschrittenen Lokalisierungsprojekten.

Da die Lokalisierung für viele deutsche Firmen ein hochaktuelles Thema ist, wollen sie die Rahmenbedingungen zum beiderseitigen Nutzen mitgestalten. Der Ost-Ausschuss hat gemeinsam mit der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK) ein Lokalisierungspapier mit Vorschlägen verfasst, das Ende Oktober der russischen Seite überreicht wurde. Die deutschen Unternehmen sind sehr daran interessiert, an diesen Vorschlägen gemeinsam mit russischen Ansprechpartnern weiterzuarbeiten.

Dworkowitsch nahm die Vorschläge und Themen der deutschen Unternehmensvertreter auf und versprach, sie in die Diskussion in den entsprechenden Gremien einzubeziehen. Er verwies darauf, dass für konkrete Lokalisierungsprojekte das Industrieministerium Ansprechpartner sei, für strategische und systemrelevante Fragen beim Thema Lokalisierung sei das Wirtschaftsministerium verantwortlich. In Letzterem sei noch offen, welchen Vize-Minister der neu zu bestimmende Wirtschaftsminister als Ansprechpartner benennen werde.

Als Plattformen für eine Fortsetzung des Dialogs zur Lokalisierung wurden das Investitionsforum in Sotschi im Februar 2017 und die Messe INNOPROM im Juli 2017 vorgeschlagen. Weiterhin soll zeitnah ein Workshop mit russischen Ansprechpartnern zu den Bedingungen der Lokalisierung stattfinden.

Dr. Christiane Schuchart
Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft