SAG nimmt ihre Arbeit wieder auf

29. Juni 2016

Deutsch-Russische Strategische Arbeitsgruppe (SAG) traf sich wieder/ Zehn Verträge unterzeichnet

Am 24. Juni traf sich in Berlin nach mehr als zwei Jahren Pause die Deutsch-Russische Strategische Arbeitsgruppe für Wirtschaft und Finanzen (SAG) unter Leitung des russischen Vize-Ministers für wirtschaftliche Entwicklung Alexej Lichatschow und des Staatssekretärs im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie Uwe Beckmeyer. Anschließend fand das zweite Treffen der Deutsch-Russischen Unternehmerplattform statt.

An beiden Veranstaltungen war der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft maßgeblich beteiligt. Auf der Agenda der SAG standen neben neuen bilateralen Investitionsvorhaben und der russischen Strategie zur Lokalisierung und Importsubstitution auch eine verstärkte Zusammenarbeit in den Bereichen Energie, Umweltschutz, Berufsausbildung und zur Vernetzung von Führungskräften. Die SAG war im Jahr 2000 auf Initiative des damaligen Ost-Ausschuss-Vorsitzenden Klaus Mangold ins Leben gerufen worden und gilt als wichtigstes Gremium für die deutsch-russische Wirtschaftszusammenarbeit. Der Ost-Ausschuss wurde durch seinen Vorsitzenden Wolfgang Büchele und Geschäftsführer Michael Harms vertreten.

„Wir sind sehr froh, dass dieses Herzstück der deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen wieder seine Arbeit aufnimmt und wir die Anliegen unserer Unternehmen konzentriert mit den russischen Partnern abstimmen können“, kommentierte Ost-Ausschuss-Geschäftsführer Michael Harms das Treffen. „Es gibt viel zu besprechen, denn in den vergangenen Monaten ist das Interesse der deutschen Wirtschaft an Investitionen in Russland spürbar gestiegen“, sagte Harms. „Dies liegt vor allem an den deutlich gesunkenen Arbeitskosten in Russland und der russischen Importsubstitutionsstrategie, die eine einheimische Produktion bevorzugt.“

Auf der Deutsch-Russischen Unternehmerplattforum wurden mit Vertretern der russischen Zollbehörde, von Rosstandard und der Eurasischen Wirtschaftsunion sowie Vertretern deutscher Prüforganisationen für technische Standards und Zertifizierungen vor allem die praktischen Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit der Europäischen Union mit der Eurasischen Wirtschaftsunion diskutiert. Die Unternehmerplattform wird vom Ost-Ausschuss in Kooperation mit der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer, dem russischen Industrie- und Unternehmerverband (RSPP) und der Mittelstandsvereinigung Delowaja Rossija organisiert.

Insgesamt zehn Verträge zwischen deutschen und russischen Unternehmen und Institutionen wurden im Rahmen der SAG und der Unternehmerplattform unterzeichnet. Darunter sind Investitionsprojekte wie der Aufbau einer Fabrik zur Holzverarbeitung im Gebiet Kaliningrad, die Gründung eines Gemeinschaftswerks zur Herstellung von Turmkränen in der Region Twer und die Gründung eines Gemeinschaftsbetriebs zum Recycling von Autoreifen. Eine Reihe von Verträgen betrifft zudem die Intensivierung der Forschungszusammenarbeit: So soll in Kasan ein tatarisch-deutsches Engineering-Zentrum zur Steigerung von Energieeffizienz und Umweltsicherheit eingerichtet werden. Die Berliner Charité plant eine Kooperation mit der russischen Akademie der Wissenschaften zur stärkeren kommerziellen Vermarktung medizinischer Forschungsergebnisse und die Technische Universität von Kasan intensiviert die Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik.