Direkt zum Inhalt

"Ohne das östliche Europa wäre der deutsche Außenhandel schwächer."

18.05.2026
Ost-Ausschuss-Statement zum Osthandel im 1. Quartal 2026

Zum deutschen Handel mit Mittel- und Osteuropa sowie Zentralasien sagt Philipp Haußmann, der stellvertretende Vorsitzende des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft:

„Der deutsche Osthandel ist mit viel Schwung ins Jahr 2026 gestartet. Ohne das östliche Europa wäre der deutsche Außenhandel deutlich schwächer. Die Ausfuhren nach Mittel- und Osteuropa sowie Zentralasien legten im ersten Quartal 2026 im Vorjahresvergleich um 5,5 Prozent auf 75,2 Milliarden Euro zu. Die Einfuhren von dort stiegen um 1,4 Prozent auf 65,8 Milliarden Euro. Zu dieser Entwicklung trug das starke Ergebnis im Monat März bei, das auf Vorzieheffekte angesichts steigender Transportkosten und drohender Lieferengpässe hinweisen könnte. Insgesamt stieg der Handelsumsatz mit der Region im ersten Quartal 2026 um 3,5 Prozent auf 141 Milliarden Euro – deutlich mehr als mit den USA und China zusammen (122 Milliarden Euro).

Allein die Ausfuhren in die vier größten Märkte Polen, Tschechien, Ungarn und Rumänien waren im ersten Quartal 2026 um fast vier Milliarden Euro höher als im Vorjahr. Auch die Exporte in die wachstumsstarken Länder Südosteuropas – darunter Kroatien, Serbien Bulgarien und Slowenien – legten deutlich zu. Die Ausfuhren in die Ukraine gingen hingegen zurück, auch vor dem Hintergrund des starken Vorjahres. Umso wichtiger wäre es, dass deutsche Unternehmen dort bei Ausschreibungen mehr zum Zug kommen. Auch auf der Importseite lagen mittel- und südosteuropäische Partner wie Tschechien, Bulgarien, Slowenien und Ungarn vorn.

Dabei zeigen gerade unsere östlichen Nachbarländer eindrucksvoll, dass verlässliche wirtschaftliche und rechtliche Rahmenbedingungen Erfolgsfaktoren sind. Polen baut seine Position als viertgrößter deutscher Absatzmarkt vor China weiter aus. Auch Tschechien profitiert von einem verlässlichen Investitionsumfeld. Wir sind zuversichtlich, dass auch Ungarn nach dem Regierungswechsel am vergangenen Wochenende wieder den Weg einschlägt, der das Land nach dem EU-Beitritt 2004 so erfolgreich gemacht hat. Wachstum braucht Verlässlichkeit und Rechtssicherheit.

Um den Weg auf die östlichen Wachstumsmärkte noch einfacher zu machen, müssen Hindernisse im Binnenmarkt konsequent abgebaut und die wirtschaftliche Integration Richtung Osten beschleunigt werden. Die EU-Erweiterung um die Länder des Westbalkans sowie die Ukraine und Moldau wird diese Märkte enger an uns binden und die Position Europas im geopolitischen Wettbewerb stärken. Es ist daher gut, dass die EU-Erweiterungsdebatte zuletzt Fahrt aufgenommen hat und flexiblere Beitrittsmechanismen verstärkt diskutiert werden. Wer es ernst meint mit Europas Wettbewerbsfähigkeit, muss die Integration jetzt entschlossen vorantreiben.“

Die aktuellen Handelszahlen finden Sie nachstehend als Download.

Kontakt

Christian Himmighoffen
Leiter Presse und Kommunikation
T. +49 30 206167-122
C.Himmighoffen@oa-ev.de

Diese Seite teilen: