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Gute Aussichten über den Dächern von Berlin

Ost-Ausschuss-Geschäftsführer Michael Harms, Foto: A. Metz
23.03.2026
Deutsche Unternehmen blicken optimistisch nach Mittel- und Osteuropa/ Steigende Geschäfts- und Umsatzerwartungen trotz politischer Risiken.

Am 23. März präsentierten die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG und der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft in der Berliner KPMG-Niederlassung die Ergebnisse des German CEE Business Outlook 2026 – eine gemeinsame Studie, die die strategische Bedeutung Mittel- und Osteuropas für deutsche Unternehmen analysiert. Dafür waren 115 Unternehmen hinsichtlich ihrer Geschäftserwartungen in den 20 östlichen EU-Mitgliedsländern und Beitrittsanwärtern befragt worden.

Harms: „Die Gegenwart heißt Mittel- und Osteuropa“

Eingeleitet wurde die Veranstaltung mit einem Überblick über die Entwicklung der deutschen Wirtschaftsbeziehungen zu Mittel- und Osteuropa durch Michael Harms, Geschäftsführer des Ost-Ausschusses. Harms gab einen Überblick über die aktuelle Entwicklung der deutschen Wirtschaftsbeziehungen mit Mittel- und Osteuropa. Fast jedes fünfte deutsche Exportgut geht heute in die Region, weit mehr als etwa nach Indien oder die Mercosur-Staaten. „Mercosur oder Indien mögen in Zukunft wichtig werden – die Gegenwart heißt Mittel- und Osteuropa“, sagte Harms.

Anschließend stellte Andreas Glunz, Bereichsvorstand International Business bei KPMG, die Kernergebnisse des Business Outlook vor. Die Ergebnisse zeigen: Die Region gewinnt weiter an Relevanz, insbesondere Länder wie Polen und Tschechien, aber auch Rumänien und die Ukraine rücken als dynamische Wirtschaftsstandorte in den Fokus vieler deutscher Firmen. 63 Prozent der befragten Firmen erwarten, dass die Länder Mittel- und Osteuropas in den kommenden fünf Jahren noch stärker zu ihrem globalen Umsatz beitragen. Für das aktuelle Geschäftsjahr rechnet fast ein Drittel (29 Prozent) mit einer wachsenden Bedeutung der Region. Gleichzeitig bestehen weiter Herausforderungen und Hindernisse. Ein großer Teil der Befragten (60 Prozent) sieht politische und Sicherheitsrisiken als größten Nachteil der Region, 47 Prozent nennen die Korruption als Herausforderung. Mehr als jedes dritte deutsche Unternehmen klagt über zu viel Bürokratie.

Mittel- und Osteuropa ist ein wachstumsstarker Wirtschaftsraum

In einer spannenden Podiumsdiskussion unter der Leitung von Nadine Lange (KPMG) ordneten Unternehmensvertreter - neben Michael Harms und Andreas Glunz Axel Summer von Raiffeisen Bank International (RBI), Carsten Sattler von der Würth Group und Björn Heidrich von ELTEC Green Energy - die Studienbefunde ein. Die Diskussion spiegelte die Erkenntnisse der Umfrage wider, dass Mittel- und Osteuropa längst mehr ist als ein günstiger Produktionsstandort. Die Region ist ein wachstumsstarker Wirtschaftsraum mit steigender Nachfrage und Kaufkraft. Polen bleibt dabei der bevorzugte Investitionsstandort deutscher Unternehmen, gefolgt von der Ukraine, Rumänien und Tschechien. Deutsche Unternehmen sehen Mittel- und Osteuropa zunehmend als Absatz- und Beschaffungsmarkt gleichermaßen. Die Region bietet wirtschaftliche Nähe, stabile EU-Anbindung und planbare Rahmenbedingungen – Faktoren, die für viele Firmen entscheidend sind. Laut der Umfrage planen 41 Prozent der befragten deutschen Unternehmen, innerhalb der nächsten zwölf Monate in Mittel- und Osteuropa zu investieren – getrieben durch starke Binnennachfrage und attraktive Marktbedingungen.

In der Diskussion wurde Aufbruchsstimmung spürbar. Die dynamische wirtschaftliche Entwicklung erinnere an die Bundesrepublik in früheren Jahren. Axel Summer (RBI) bezeichnete die Länder der Region als „Märkte der Zukunft“. Der tschechische Botschafter Jiří Čistecký betonte, wie wichtig die europäische Integration für Stabilität, Investitionen und Wettbewerbsfähigkeit ist und hob so die zentrale Rolle des europäischen Binnenmarktes. Hervor.

Keine Einbahnstraße

Gleichzeitig sind Investitionen längst keine Einbahnstraße mehr. Wie Björn Heidrich (ELTEC Green Energy) betonte, fließt Kapital zunehmend auch aus Ländern wie Polen und Tschechien nach Deutschland zurück – eine wechselseitige, branchenübergreifende Dynamik, die die regionale Integration stärkt. Im Anschluss hatten die rund 80 Teilnehmenden Gelegenheit, die Ergebnisse bei einem Empfang hoch über den Dächern von Berlin weiter zu diskutieren und Kontakte zu knüpfen.

Claire Bogdanski
Abteilung Presse und Public Affairs

Kontakt

Christian Himmighoffen
Leiter Presse und Kommunikation
T. +49 30 206167-122
C.Himmighoffen@oa-ev.de

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