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Chancen in der ukrainischen Verteidigungsindustrie

Friedensappell in der ukrainischen Stadt Uschgorod. Foto: Andreas Metz
21.05.2026
Webinarreihe „Team Deutschland – Den Wiederaufbau der Ukraine gemeinsam voranbringen“ / Schwerpunktthema: Sicherheits- & Verteidigungsindustrie und Dual-Use

Am 21. Mai 2026 fand eine neue Ausgabe der Webinarreihe „Team Deutschland – Den Wiederaufbau der Ukraine gemeinsam voranbringen“ statt. Veranstaltung wurde vom Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft gemeinsam mit PwC Deutschland organisiert und widmete sich den aktuellen Entwicklungen und Kooperationsmöglichkeiten im Bereich Sicherheits- und Verteidigungsindustrie sowie Dual-Use-Technologien in der Ukraine. Rund 60 Teilnehmende aus Deutschland und der Ukraine informierten sich über Finanzierungs- und Absicherungsinstrumente, regulatorische Rahmenbedingungen, industrielle Kooperationen sowie Erfahrungen internationaler Unternehmen vor Ort.

Zu Beginn stellte Matthias Koster (PwC Deutschland) Investitionsgarantien Deutschlands sowie Chancen und Herausforderungen für Projekte in der ukrainischen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie vor und betonte deren Bedeutung für Europas Sicherheit.

Lena Warsow (Euler Hermes) gab anschließend einen Überblick über die Exportkreditgarantien des Bundes und erklärte, dass die Ukraine weiterhin ein wichtiger Schwerpunkt der Hermesdeckungen bleibe. Seit Anfang 2025 seien zudem die Absicherungsmöglichkeiten im Bereich Rüstungsgüter deutlich erweitert worden.

Borislav Ivanov-Blankenburg (Deutsche Bank) sprach über die Rolle staatlicher Garantien und privater Finanzierungen für den Wiederaufbau sowie die europäische Sicherheits- und Verteidigungsindustrie. Er hob hervor, dass ohne private Investitionen und entsprechende Absicherungsinstrumente weder der Wiederaufbau der Ukraine noch die geplanten europäischen Investitionen in Verteidigung realisierbar seien.

Jörg Wissdorf (Oberst im Generalstabsdienst im Bundesministerium der Verteidigung) gab einen Überblick über die aktuelle militärische Lage und die zunehmende Bedeutung technologischer Innovationen im Kriegsgeschehen. Besonders der Einsatz kostengünstiger Drohnensysteme verändere die industrielle und militärische Logik moderner Konflikte grundlegend. Gleichzeitig hob er hervor, dass die Ukraine über eine hohe Innovationsfähigkeit und schnelle Entwicklungszyklen verfüge. Zudem erläuterte er die Rolle des Sonderstabs Ukraine bei der Vernetzung deutscher und ukrainischer Unternehmen sowie bei der Unterstützung gemeinsamer Projekte.

Adrian Schairer (AHK Ukraine) stellte die Aktivitäten der deutsch-ukrainischen Auslandshandelskammer vor und informierte über aktuelle Delegationsreisen in die Ukraine. Unternehmen müssten bereits jetzt Kontakte und Marktkenntnisse aufbauen, um langfristig erfolgreich zu sein. Darüber hinaus präsentierte die AHK Ukraine eine neue Zuliefererdatenbank, mit der deutsche und ukrainische Unternehmen gezielt miteinander vernetzt werden sollen.

Ukrainische und EU-Verteidigungsindustrie sollen zusammenwachsen

Klaus Kessler (Rödl) erläuterte die SAFE-Verordnung („Security Action for Europe“) sowie Anforderungen zu Dual-Use und Exportkontrolle. Dieses europäische Kreditprogramm soll Verteidigungsprojekte und Kooperationen innerhalb der EU fördern. Zugleich betonte er die Bedeutung frühzeitiger Compliance-Strukturen, da auch Software, Daten und Zeichnungen reguliert sein können.

Olga Khoroshylova (Ukraine Facility Platform) brachte die ukrainische Perspektive in die Diskussion ein und hob hervor, dass Deutschland bereits heute einer der wichtigsten Partner der ukrainischen Verteidigungsindustrie sei. Gleichzeitig müsse die Zusammenarbeit künftig stärker auf strategische europäische Industriekooperationen, gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsprojekte sowie langfristige militärische Effekte ausgerichtet werden. Sie betonte, dass der Schwerpunkt nicht auf der bilateralen Zusammenarbeit, sondern auf der multilateralen Zusammenarbeit liegen müsse.

Im Rahmen der Unternehmensperspektiven schilderte Alexander Bojanic (Airbus Defence and Space) die Ukraine-Erfahrungen seines Unternehmens. Entscheidend seien der direkte Zugang zu Endnutzern, enge Partnerschaften vor Ort und eine dauerhafte lokale Präsenz. Wichtige Ansprechpartner sind insbesondere das ukrainische Verteidigungsministerium und die staatliche ukrainische Plattform für Verteidigungstechnik Brave1. Till Oehler (Global Clearance Solutions) stellte die Arbeit seines Unternehmens im Bereich Kampfmittelräumung und Minenbeseitigung vor und betonte insbesondere die hohe Innovationsfähigkeit und pragmatische Arbeitsweise ukrainischer Partnerunternehmen.

Regina Maria Wiedenbauer (Rheinmetall Project Solutions) sprach über die Aktivitäten von Rheinmetall in der Ukraine, darunter mobile Rettungssysteme, Kampfmittelräumung sowie den Aufbau lokaler Produktions- und Wartungsstrukturen.

Abschließend boten Breakout-Sessions Austausch zu Finanzierung, Reisen und deutsch-ukrainischen Kooperationen.

YouTube-Link zum Webinar: Webinar  "Team Deutschland": Sicherheits- & Verteidigungsindustrie / Dual Use

Die Webinarreihe „Team Deutschland“ wird fortgesetzt. Die nächste Ausgabe findet am 9. Juli 2026 zum Schwerpunkt Transport, Logistik & Infrastruktur statt.

Kateryna Kyslenko und Alexander Dundua
Service Desk Ukraine im Ost-Ausschuss
 

Kontakt

Kateryna Kyslenko
Leiterin Service Desk Ukraine
T. +49 30 206167-129
K.Kyslenko@oa-ev.de

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