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"Auch in Zentralasien entscheidet sich, wer geopolitisch künftig mitgestaltet"

Niko Warbanoff, CEO DB E.C.O. Group, CEO DB International Operations GmbH. Foto: DB
11.02.2026
Die Staaten Zentralasiens sind für die wirtschaftliche Diversifizierung von wachsender strategischer Bedeutung / Mehr Tempo bei der logistischen Anbindung der Region nötig / Z5+1-Format wichtiges politisches Signal

In Berlin treffen sich heute die fünf Außenminister von Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan im Z5+1-Format mit Bundesaußenminister Johann Wadephul. Im Rahmen des Treffens organisiert der Ost-Ausschuss ein Wirtschaftsgespräch, an dem rund 20 führende Vertreterinnen und Vertreter deutscher Unternehmen teilnehmen. Dazu sagt Niko Warbanoff, Präsidiumsmitglied und Sprecher des Arbeitskreises Zentralasien im Ost-Ausschuss:

„Das heutige Treffen der Außenminister im Z5+1-Format kommt zum richtigen Zeitpunkt. In dieser Woche wird sowohl auf dem EU-Wirtschaftsgipfel in Belgien als auch auf der Münchner Sicherheitskonferenz über die geopolitische Positionierung Europas diskutiert. Die fünf Staaten Zentralasiens sind für die wirtschaftliche Diversifizierung Deutschlands und Europas von wachsender strategischer Bedeutung.

Zentralasien ist ein dynamischer Wirtschaftsraum mit hohen Wachstumsraten, einer jungen, qualifizierten Bevölkerung und enormem Potenzial für Partnerschaften in den Bereichen Energie, Rohstoffe und Infrastruktur. Damit können wir unsere wirtschaftliche Resilienz stärken und neue Lieferketten etablieren. Gleichzeitig rücken Themen wie Agrarwirtschaft, Wasser- und Klimaschutz sowie die Zusammenarbeit bei Fachkräften in den Mittelpunkt.

Wir brauchen aber jetzt mehr Tempo bei der logistischen Anbindung der Region über den sogenannten „Mittleren Korridor“ durch den Südlichen Kaukasus. Im Rahmen des Global-Gateway-Programms der EU wurden Zusagen von über zehn Milliarden Euro für Verkehrs- und Konnektivitätsprojekte gemacht. Deutsche Akteure können hier mit ihrer technischen Expertise, ihrem Projektmanagement und ihrer regulatorischen Erfahrung punkten. Zur besseren Anbindung gehören auch Erleichterungen bei der Visavergabe sowie die praktische Umsetzung der Migrationsabkommen mit Zentralasien.

Deutschland und Europa müssen jetzt schnell handeln. Auch in Zentralasien entscheidet sich, wer geopolitisch künftig mitgestaltet — und wer nicht. China, Russland, die Türkei, die USA und die Golfstaaten sind dort bereits sehr aktiv. Das Z5+1-Format ein wichtiges politisches Signal, schafft strategische Orientierung und verleiht der Zusammenarbeit zwischen Deutschland, Europa und Zentralasien mehr Verbindlichkeit.“

Kontakt

Christian Himmighoffen
Leiter Presse und Kommunikation
T. +49 30 206167-122
C.Himmighoffen@oa-ev.de

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