Wasserkooperation in Zentralasien

23. April 2013

Möglichkeiten und Chancen für das Engagement der deutschen Wirtschaft

Im Rahmen der WASSER BERLIN INTERNATIONAL 2013 fanden am 23. April 2013 zwei Rundtisch-Gespräche zum Thema „Wasserkooperation in Zentralasien – Möglichkeiten und Chancen für das Engagement der deutschen Wirtschaft“ statt. Die beiden Veranstaltungsteile, die Tadschikistan und Kirgistan in den Mittelpunkt stellten, wurden vom Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft, der German Water Partnership und der Messe Berlin GmbH in Zusammenarbeit mit dem Auswärtigen Amt organisiert. Jeweils rund 50 Teilnehmer von deutschen Unternehmen aus dem Sektor Wasserwirtschaft und jeweils eine Delegation der Zielländer nahmen teil. 

Zu Beginn der Veranstaltung betonte Hinrich Thölken, Referatsleiter Klima- und Umweltaußenpolitik und nachhaltige Entwicklung des Auswärtigen Amtes, dass die Förderung regionaler Kooperation in Zentralasien in der Wasserwirtschaft auch ein „außenpolitisches Projekt“ der Bundesrepublik sei. Sulton Rakhimov, Stellvertretender Minister für Melioration und Wasserwirtschaft Tadschikistans, skizzierte die Lage des Wassersektors in seinem Land. Tadschikistan verfüge über große Wasserressourcen und habe daher großes Potenzial in diesem Sektor. Allerdings bestünden infolge des Klimawandels und aufgrund einer veralteten Infrastruktur auch Gefahren und Entwicklungshemmnisse, die überwunden werden müssten. Um das Potenzial Tadschikistans effizient nutzen zu können, bestehe die Notwendigkeit, ausländische Investitionen zu gewinnen und eine Zusammenarbeit im Technologiebereich zu etablieren. Ein Kooperationsprojekt mit der EU, das im vergangenen Jahr erfolgreich abgeschlossen wurde, sah er als ermutigendes Signal für die zukünftige Zusammenarbeit.

Matthias Kramer von German Water Partnership gab anschließend einen Überblick über Struktur und Situation der Wasserwirtschaft in Deutschland und hob hervor, dass Deutschland seit letztem Jahr Weltmarktführer für Wassertechnik sei. Er stellte die von ihm vertretene Institution als ein weltweites Netzwerk von Akteuren in der Wasserwirtschaft vor, das als gemeinsamer Auftritt der deutschen Wasserwirtschaft über 400 Mitgliedsunternehmen in sich vereine.

Im Mittelpunkt des zweiten Teils der Veranstaltung stand Kirgistan. Esen Zhusumatov, Stellvertretender Direktor des Departments für Wasserwirtschaft und Melioration der Kirgisischen Republik, portraitierte die Lage und den Zustand des Wassersektors in seinem Land in einem detaillierten Vortrag und stellte Parallelen zur Situation in Tadschikistan heraus, darunter die bergige Topographie und das trockene Klima. Als wichtigstes Kooperationsfeld mit Deutschland bezeichnete er den Bereich der Bewässerung und portraitierte zwei aktuelle Projekte auf diesem Gebiet. Mit Blick auf potenzielle Investoren betonte er die Rechtssicherheit in der Kirgisischen Republik.

Taalaybek Sagynov, Generaldirektor der Ak-Bata GmbH, bekräftigte das Potenzial, das die reichen Wasservorräte dem Land böten. Zudem stellte er sein Unternehmen ausführlich vor. Matthias Kramer resümierte abschließend, dass in der Kirgisischen Republik insbesondere die Infrastruktur modernisiert werden müsse und regte eine Zusammenarbeit mit der deutschen Wasserwirtschaft an.

In der nachfolgenden, lebhaft geführten Diskussion wurde bekräftigt, dass es um mehr als um das Übertragen von Technologien aus Deutschland gehe, sondern auch um die Erarbeitung gemeinsamer Strategien.

Folkert Garbe
Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft