Ost-Ausschuss: Russland spart Energie mit deutscher Technik

2. Oktober 2008

Energieminister will bis 2020 Effizienz um 40 % steigern
Russlands Energieminister Sergej Schmatko will mit Hilfe deutscher Unternehmen die Energiebilanz seines Landes massiv verbessern. Schmatko lud die Mitglieder der Arbeitsgruppe Wirtschaft des Petersburger Dialogs zu gemeinsamen Projekten ein und versprach dafür Investitionssicherheit. "Deutschland hat die Effizienztechnologien und der Markt bei uns ist gigantisch", sagte Schmatko. Bis 2020 soll in Russland der Energieaufwand pro Produktionseinheit um 40% gesenkt werden.

 "Die Verbesserung der Energieeffizienz ist eine Schlüsselfrage für die russische Industrie“, sagte Klaus Mangold, Vorsitzender des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft und Leiter der Arbeitsgruppe Wirtschaft des Petersburger Dialogs. "Investitionen in Sparmaßnahmen rechnen sich fünfmal schneller als Investitionen in die Erschließung neuer Gas- und Ölfelder." Die Mitglieder der Arbeitsgruppe Wirtschaft, darunter Vorstandsvorsitzende von großen deutschen und russischen Unternehmen, regten Leuchtturmprojekte an, um schnelle Erfolge zu erzielen. So plant die Firma Siemens gemeinsam mit der Deutschen Energie-Agentur (dena) ein integriertes Energiesparkonzept für die Millionenstadt Jekaterinburg und rechnet mit Einsparpotenzialen von 40-50%. Schmatko versprach, von seinem Ministerium aus seine Unterstützung für derartige Projekte zu leisten. Um auch erneuerbaren Energien in Russland zum Durchbruch zu verhelfen, regte Mangold eine Verbesserung des staatlichen Anreizsystems für Investitionen in derartige Techniken an. 

Schmatko äußerte sich auch zu Meldungen über eine geplante Gas-Opec. Der Begriff sei unglücklich gewählt. Bei dem geplanten Forum der Erdgasexporteure gehe es um einen Erfahrungsaustausch zur Realisierung neuer Förderprojekte und nicht um ein Kartell zur Durchsetzung höherer Preise oder Förderquoten.