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Georgien empfiehlt sich als Tor nach Asien

In verschiedenen Round-Tables konnten sich die Teilnehmer zu spezifischen Themen austauschen. Im Bild: Diskussionsrunde zur Tourismusindustrie. Foto: GIZ
09.10.2018

Anlässlich der Frankfurter Buchmesse mit dem Partnerland Georgien fand in Frankfurt ein Deutsch-Georgisches Wirtschaftsforum statt. Der OAOEV war Kooperationspartner der Veranstaltung, die von 150 Teilnehmern besucht wurde. Der Termin markierte gleichzeitig das Ende des Georgienjahres in Deutschland, mit dem an 25 Jahre diplomatische Beziehungen und 200 Jahre Deutsche Siedler im Kaukasus erinnert wurde.

Nach Eröffnung des „German Georgian Business and Cooperation Forum“ am 9. Oktober durch den Parlamentarischen Staatssekretär des BMZ Norbert Barthle und den georgischen Wirtschaftsminister Giorgi Kobulia wurden den 150 Teilnehmern erfolgreiche Investitionsbeispiele vorgestellt, darunter Projekte von Arvato und HeidelbergCement. Anschließend folgten Diskussionsrunden zu einzelnen Branchen und zum für Georgien wichtigen Thema Ausbildung.

Im Round-Table zu Logistik und Transportinfrastruktur informierte der stellvertretende Leiter der Straßenabteilung des georgischen Ministeriums für regionale Entwicklung und Infrastruktur, Levan Kupatashvili, über den Ausbau des „Ost-West-Korridors“, der nach seiner Fertigstellung die Reisezeit um die Hälfte verkürzen wird, und über den „Süd-Nord Korridor“, der mit internationaler Finanzierung errichtet wird. Auch der Ausbau des ersten georgischen Tiefseehafens Anaklia, der von einem US-georgischen Konsortium errichtet wird und dessen Inbetriebnahme für 2021 geplant ist, wurde als neues Handelstor für deutsche Unternehmen nach Asien vorgestellt. Um den Hafen entsteht eine Sonderwirtschaftszone für Lagerung, Produktion und als Umschlagplatz.

Ausbau von Verkehrskorridoren und Tourismusinfrastruktur

Im Round-Table zu Tourismus, Tourismusinfrastruktur und Dienstleistungen zeichnete der Leiter der Georgischen Nationalen Tourismusverwaltung Giorgi Chogovadze ein beeindruckendes Bild der Entwicklung dieses Sektors. Auch 2017 gab es einen Anstieg der Besucherzahlen aus der EU (+23 Prozent) und aus Deutschland (+27 Prozent). Der georgische Tourismusboom übertrifft damit die Erwartungen der europäischen Anbieter. Als besonderer Mehrwert gegenüber anderen Zielen wird von den Reisenden der Kontakt zur lokalen Bevölkerung hervorgehoben. Entwicklungspotential besteht noch im Ausbau von Hotelkapazitäten sowie in der Verbesserung der kommunalen Infrastruktur (Straßen, Transport, Wasser, Abwasser, Energie). Die Diskussion endete mit der Anregung, ein eigenes Tourismusbüro für Georgien in Deutschland zu gründen.

Zentrale Diskussionspunkte im Round-Table zur dualen Berufsausbildung waren die seit 2013 intensivierte Modernisierung des Berufsbildungssystems mit wachsender Einbindung der Privatwirtschaft. Bestehende Kooperationen wie zwischen der Georgian Railways und der Deutschen Bahn wurden ebenso vorgestellt, wie gerade eingeführte Projekte im Weinbau und im Tourismus- und Bausektor sowie kommende duale Ausbildungsgänge für die Transport- und Logistikbranche. Ab 2019 soll ein neues Qualifizierungsprogramm für Berufsschullehrer und betriebliche Ausbilder die Qualität der beruflichen Bildung verbessern.

Organisiert wurde das Wirtschaftsforum durch die georgische Regierung, die United Nations Industrial Development Organization UNIDO, die GIZ, die Deutsche Wirtschaftsvereinigung Georgien (DWV) und durch den OAOEV. In B2B-Gesprächen konnten die Teilnehmer viele neue Kontakte knüpfen. Die meisten folgten dann direkt im Anschluss der Einladung zur offiziellen Eröffnung der Frankfurter Buchmesse mit rund 2000 geladenen Gästen, darunter die georgische Regierungsspitze und die EU-Außenbeauftragte Mogherini.

Dr. Martin Hoffmann,
Direktor Strategie und Research im OAOEV

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