Bei der 3. Uzbekistan Outsourcing Conference in Berlin sprachen mehr als 90 Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Technologie über die Perspektiven der deutsch-usbekischen Zusammenarbeit im IT-Sektor. Im Mittelpunkt standen das Fachkräftepotenzial Usbekistans, die Entwicklung des IT-Standorts sowie die Anforderungen internationaler Unternehmen an verlässliche und wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen.
Die Uzbekistan Outsourcing Conference hat sich in den vergangenen Jahren als Plattform für den Austausch zwischen deutschen und usbekischen Akteuren der Digitalwirtschaft etabliert. Auch die dritte Ausgabe der Veranstaltung in der Botschaft Usbekistans in Berlin bot deutschen und usbekischen Unternehmen Gelegenheit, sich über aktuelle Entwicklungen, Investitionsbedingungen und Kooperationsmöglichkeiten im Bereich digitaler Dienstleistungen auszutauschen.
Nach der Begrüßung durch den usbekischen Botschafter Dilshod Akhatov stellten Vertreter des IT Park Uzbekistan die Entwicklung des usbekischen Technologie- und Outsourcing-Sektors sowie die Unterstützungsangebote für internationale Unternehmen vor. Nach Angaben des IT Park umfasst das Technologieökosystem bereits mehr als 4.100 Unternehmen. Davon exportieren laut Konferenzpräsentation 45 Unternehmen Dienstleistungen nach Deutschland. Der IT-Park hilft Unternehmen bei der Ansiedlung, der Rekrutierung von Fachkräften und dem Zugang zu internationalen Märkten.
Ein weiterer Schwerpunkt der Konferenz war das Fachkräfteangebot Usbekistans. Mit IT-Ausbildungsangeboten an mehr als 145 Hochschulen und jährlich über 25.000 IT-Absolventinnen und -Absolventen baut das Land seine Kapazitäten im Technologiesektor stetig aus.
In der von Ost-Ausschuss-Geschäftsführer Michael Harms moderierten Podiumsdiskussion, erörterten Jahongir Kagirov (IT Park Uzbekistan), Ursula Steinmetz (Customer Service & Call Center Verband Deutschland) und Theresa Brox (Berlitz Deutschland) die Anforderungen an Sprachkenntnisse, Datenschutz und Qualitätsstandards. Dabei wurde die begrenzte Verfügbarkeit deutschsprachiger Fachkräfte als Herausforderung für den Ausbau entsprechender Outsourcing-Dienstleistungen angesprochen. Harms betonte zudem, dass für deutsche Unternehmen neben wettbewerbsfähigen Kosten und qualifiziertem Personal Rechtssicherheit und Verlässlichkeit entscheidend seien.
Zu den vorgestellten Förderinstrumenten gehört das Programm „Zero Risk“, das Unternehmen bei der Ansiedlung außerhalb Taschkents unterstützen soll. Vorgesehen sind unter anderem kostenfreie Büroflächen für bis zu drei Jahre, Unterstützung bei der technischen Ausstattung und Qualifizierung von Beschäftigten sowie Zuschüsse zu Personalkosten von bis zu 15 Prozent.
Vorgestellt wurde zudem die Initiative „Enterprise Uzbekistan“, ein geplanter internationaler Technologiestandort mit einem am englischen Common Law orientierten Sonderrechtsrahmen. Dieser soll unter anderem besondere Regelungen für die Beilegung wirtschaftsrechtlicher Streitigkeiten, den Schutz geistigen Eigentums sowie regulatorische Erprobungsräume für Technologieunternehmen umfassen.
Über die Diskussionen zu Fachkräften und Investitionsbedingungen hinaus wurden im Rahmen des Konferenz-Programms auch konkrete Schritte zur Vertiefung der Zusammenarbeit unternommen: Der Ost-Ausschuss und der IT Park Uzbekistan unterzeichneten ein Memorandum of Understanding zum Ausbau der bilateralen Kooperation im IT- und Digitalbereich. Der IT Park Uzbekistan und Berlitz Deutschland schlossen eine Vereinbarung zur Qualifizierung deutschsprachiger Fachkräfte. Zudem stand die Bekanntgabe der Mitgliedschaft des IT Parks im Customer Service & Call Center Verband Deutschland (CCV) auf dem Konferenzprogramm.
Selbi Esenova,
Regionaldirektion Zentralasien im Ost-Ausschuss
Evgeniya Temnaya
Assistentin
Zentralasien
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