Zwischen Europa und Asien

11. April 2011

Die russische Region Swerdlowsk präsentiert sich auf der HANNOVER MESSE 2011

Für den Ost-Ausschuss hat die Beteiligung an der HANNOVER MESSE bereits Tradition. Allein seit dem Jahr 2000 wurden gemeinsam mit der Deutschen Messe AG und weiteren Partnern über 20 Veranstaltungen, Konferenzen und Begegnungen organisiert. In diesem Jahr stand das am Ural gelegene Gebiet Swerdlowsk im Mittelpunkt. Dessen Gouverneur Alexander Mischarin warb vor rund 100 Zuhörern für ein stärkeres Engagement der deutschen Wirtschaft.

Die deutschen Unternehmen haben die Region längst für sich entdeckt, betonte Ost-Ausschuss-Vorsitzender Eckhard Cordes in seiner Eröffnungsrede. Die Region Swerdlowsk mit ihrer Hauptstadt Jekaterinburg gehöre seit Jahren zu den attraktivsten Standorten für ausländische Investoren in Russland – und dies nicht nur im Energie- und Rohstoffbereich. Gerade bei den Themen Modernisierung, Energieeffizienz und Nachhaltigkeit nehme das Gebiet Swerdlowsk in der Russischen Föderation eine Vorreiterrolle ein. Diese wolle man weiter ausbauen, kündigte Gouverneur Mischarin an.

Vor rund 100 Zuhörern warb Mischarin für ein stärkeres Engagement der deutschen Wirtschaft in der Region. Neben der finanziellen Unterstützung achte die Regierung des Gebiets vor allem auf administrative Erleichterungen für Investoren. Man wisse um die Standortkonkurrenz in Russland und wolle dabei ganz vorne mitspielen. Dies sei auch der Grund, warum man auf die zukunftsträchtigen Themen Energieeffizienz und Nachhaltigkeit setze. Mit dem Projekt „Energieeffiziente Stadt Jekaterinburg“ soll hier vorangegangen werden.

Bereits heute sind deutsche Unternehmen wie Siemens, BASF und Viessmann im Rahmen dieses Projekts daran beteiligt, in der Region Einsparmöglichkeiten beim Energieverbrauch zu realisieren. Doch obwohl das Potenzial für die Einführung energieeffizienter Technologien in Russland enorm ist, sind die rechtlichen Rahmenbedingungen noch verbesserungswürdig. Dies wurde auch im weiteren Verlauf der Diskussion deutlich. Besonders durch den fehlenden Marktpreis für Energie werden Investitionen unberechenbar. Dabei beziffert die Weltbank das notwendige Investitionsvolumen in diesem Bereich auf rund 300 Milliarden US-Dollar, wenn Russland den Energiebedarf seiner Wirtschaft bis 2020 tatsächlich um 40 Prozent senken will. Dieses Ziel hat der russische Präsident Dmitri Medwedew gleich zu Beginn seiner Amtszeit 2008 gesetzlich verankern lassen.

Nach Meinung des Wirtschaftsministers des Gebiets Swerdlowsk Michail Maximow sollte es aber nicht immer Aufgabe der Politik sein, die Ziele für die Wirtschaft vorzugeben und Gelder für Großprojekte bereitzustellen. Die Zeiten eines staatlichen „Gosplans“ seien vorbei. Die Politik kann die Rahmenbedingungen schaffen, um den Rest muss sich die Wirtschaft kümmern.

Eduard Kinsbruner
Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft