Wirtschaft für Schengen-Beitritt Rumäniens

22. September 2011

Deutsch-Rumänische Mittelstandskonferenz in München /  Bilateraler Handel legt im ersten Halbjahr 2011 deutlich zu

Die deutsche Wirtschaft setzt sich anlässlich der 3. Deutsch-Rumänischen Mittelstandskonferenz in München für die rasche Aufnahme Rumäniens in den Schengenraum und die Umsetzung der EU-Donau-Strategie ein: „Ein reibungsloser Waren- und Personenverkehr entlang der Donau von Ulm bis Constanța am Schwarzen Meer ist eine Vision, für die es sich zu arbeiten lohnt“, sagte der Vorsitzende des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft, Dr. Eckhard Cordes, zur Eröffnung der Konferenz am heutigen Donnerstag vor 150 Teilnehmern in München. Rumänien habe dank eines konsequenten Konsolidierungskurses die schwere Rezession der Jahre 2009 und 2010 inzwischen überwunden. Für das laufende Jahr 2011 wird mit einem Wachstum von 1,5 Prozent gerechnet.

Die Mittelstandskonferenz wird gemeinsam von der IHK München und Oberbayern, der Deutsch-Rumänische Industrie- und Handelskammer und dem Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft organisiert und steht unter dem Motto: „Chancen im Aufschwung gemeinsam nutzen". Dazu Frank Dollendorf, Geschäftsführer Außenwirtschaft der IHK München: „Rumänien hat sich in den letzten Jahren von der verlängerten Werkbank zu einem Standort für Hochtechnologie entwickelt. 2007 und 2008 war es das bevorzugte Ziel ausländischer Direktinvestitionen in Osteuropa. Wir sehen weiterhin ein hohes Potenzial in Rumänien, nachdem die strikten Sparmaßnahmen zur Bekämpfung der Wirtschaftskrise allmählich greifen." 

Zur Konferenz reisten unter anderem auch der rumänische Minister für Wirtschaft und Handel Ion Ariton und der Stellvertretende Ministerpräsident des Freistaates Bayern und Staatsminister für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie Martin Zeil an. Der Ost-Ausschuss-Vorsitzende Cordes lobte in seiner Rede die Reformanstrengungen in Rumänien, sprach aber auch bestehende Defizite in der öffentlichen Verwaltung und im Rechtssystem an. „Es ist kein Geheimnis, dass es noch Verbesserungsbedarf gibt, was transparente Verwaltungsverfahren und Rechtssicherheit betrifft. Diese Punkte beeinflussen in besonderem Maße Investitionsentscheidungen von Mittelständlern.“ Wichtig sei insbesondere die weitere Bekämpfung der Korruption und eine Verbesserung der technischen und administrativen Kapazitäten in den Verwaltungen, um zur Verfügung stehende EU-Fördermittel abrufen und zielgenau einsetzen zu können.

Positiv hat sich im laufenden Jahr der deutsch-rumänische Handel entwickelt:
Im ersten Halbjahr 2011 wurde ein Zuwachs um 23 Prozent auf über acht Milliarden Euro verzeichnet. Dabei nahmen die deutschen Importe aus Rumänien um
28 Prozent auf 3,9 Milliarden zu, während die deutschen Exporte um 18 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro gesteigert werden konnten. Die Bundesrepublik ist der wichtigste Handelspartner Rumäniens. Inzwischen sind in Rumänien etwa 8.000 Unternehmen mit deutscher Kapitalbeteiligung registriert. „Rumänien sollte als potenzieller Beschaffungs- oder Investitionsstandort nicht vernachlässigt werden“, rät Dr. Radu Merica, Präsident der AHK Rumänien. Besondere Chancen für deutsch-rumänische Kooperationen werden für den Agrarsektor, die Lebensmittel- und Verpackungsindustrie, aber auch die Wasser- und Abfallwirtschaft, die Gesundheitswirtschaft und den Maschinenbau gesehen.