Visa-Freiheit fördert europäische Integration

16. Dezember 2009

Ost-Ausschuss-Stellungnahme zur Abschaffung von EU-Visa für Bürger Serbiens, Montenegros und  Mazedoniens

Der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft begrüßt die weitgehende Abschaffung der Visa-Pflicht für Bürger aus Serbien, Mazedonien und Montenegro durch die EU-Kommission. „Die größere Reise- und Bewegungsfreiheit gibt der europäischen Integration von Serbien, Mazedonien und Montenegro und der wirtschaftlichen Entwicklung der Region eine neue Dynamik“, sagte der Ost-Ausschuss-Vorsitzende Klaus Mangold.

„Die für den 19. Dezember 2009 geplante Abschaffung der Visa-Pflicht ist für die Bevölkerung in den Ländern das klare Signal, dass sich die großen Anstrengungen der vergangenen Jahre gelohnt haben und ermutigt gleichzeitig zu weiteren Reformen“, erklärte Mangold. „Die Reiseerleichterungen, von denen immerhin zehn Millionen Menschen profitieren, helfen zudem dabei, die Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise zu überwinden und die traditionell engen Beziehungen Deutschlands mit der Region zu vertiefen.“

Auf die Arbeit des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft hat die weitgehende Abschaffung der Visa-Pflicht direkte Auswirkungen: Seit dem Jahr 2003 führt der Ost-Ausschuss gemeinsam mit dem Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung das „Zoran-Djindjic-Stipendienprogramm der Deutschen Wirtschaft für den Westbalkan“ durch. Das Programm dient der regionalen Aussöhnung und dem Aufbau eines branchenübergreifendes Netzwerks an jungen gut qualifizierten Nachwuchskräften in der gesamten Region. Die Initiative hat seit ihrem Bestehen über 200 Studenten und jungen Graduierten die Möglichkeit gegeben, ein mehrmonatiges Praktikum in führenden deutschen Unternehmen zu absolvieren. Im Jahr 2009 waren an dem Programm erstmals 48 Stipendiaten aus allen Ländern des Westbalkans beteiligt. „Zwar werden die Stipendiaten für die Zeit ihres Praktikums auch in Zukunft deutsche Arbeitsvisa beantragen müssen. Anschließend können unsere Stipendiaten aber viel leichter den Kontakt zu den deutschen Firmen halten und auch kurzfristig zu Alumni-Treffen anreisen“, erklärte Mangold.

Aus Sicht der deutschen Wirtschaft sind die jetzt umgesetzten Reise-erleichterungen ein wichtiger Schritt hin zu einer umfassenden Integration der Staaten des Westbalkans in den europäischen Raum, die 2003 auf dem EU-Gipfel in Thessaloniki in Aussicht gestellt wurde. Der Ost-Ausschuss hofft, dass in naher Zukunft auch für die übrigen Länder des Westbalkans die EU-Visa abgeschafft werden. Auch die wirtschaftlichen Beziehungen würden von diesem Schritt stark profitieren.

Der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft führt jährlich eine Vielzahl von Projekten, Informationsveranstaltungen, Unternehmerreisen und Konferenzen in und über 22 Länder Mittel- und Osteuropas durch. Die Organisation mit Sitz in Berlin versteht sich als Kompetenzcenter der deutschen Wirtschaft für die osteuropäischen und zentralasiatischen Zukunftsmärkte. Dem Ost-Ausschuss gehören über 120 vor allem mittelständische Unternehmen sowie große Wirtschaftsverbände an.