Usbekistan wirbt um ausländische Investoren

19. April 2010

Vorstellung der Freien Wirtschaftszone Navoï auf der Hannover Messe Usbekistan verstärkt seine Bemühungen, ausländische Investoren für seine Wirtschaft zu gewinnen. Ein besonders wichtiges Projekt dabei ist die Einrichtung einer Freien Industrie- und Wirtschaft szone in Navoï. Die speziellen Angebote für Investoren in Navoï sowie die allgemeinen Investitionsbedingungen in Usbekistan waren Th ema eines Round Table, den der Ost-Ausschuss gemeinsam mit der Usbekischen Botschaft und dem OMV im Rahmen der Hannover Messe am 19. April 2010 organisierte.

Die Veranstaltung blieb nicht unbeeinflusst vom Ausbruch des Vulkans Eyjafjallajökull in Island, der europaweit viele Zeitpläne durcheinander brachte. Auf Grund der Einschränkungen im Flugverkehr konnten Vertreter aus Usbekistan
nicht nach Deutschland reisen. Der usbekische Botschafter in Deutschland Dilshod Akhatov und seine Mitarbeiter sprangen kurzfristig ein.

Nach Informationen des Botschafters wuchs das usbekische Bruttoinlandsprodukt im weltweiten Krisenjahr 2009 um beachtliche 8,1 Prozent, die Industrieproduktion legte sogar neun Prozent zu. Mit den Gold- und Devisenreserven
des Landes können mittlerweile sämtliche Importe für 22 Monate abgesichert werden. Usbekistan kann sich zu hundert Prozent selbst mit Elektroenergie versorgen (Kohle, Gas, Öl, Wasserkraft). Die bereits jetzt bekannten Ressourcen
reichten aus, um die Versorgung für mindestens 100 Jahre sicherzustellen. Der derzeitige Preis pro Kilowattstunde Energie liegt bei rund 4 Eurocent, was für energieintensive Branchen ein großes positives Asset sei.

Botschafter Akhatov äußerte Verständnis für die Markteintrittsstrategien der Mehrzahl der deutschen Unternehmen, die vorsichtig prüften, sich dann aber für lange und zuverlässige Investitionen entscheiden würden. Hinsichtlich der
Investitionsgewinnung betonte Akhatov, dass Usbekistan insbesondere an Ansiedlungen von Hochtechnologien, energieeffizienten Produktionen sowie auch erneuerbaren Energien interessiert sei. Die Steuer- und Zollpräferenzen in
der Wirtschaftszone Navoï würden beim Export der produzierten Produkte über mehrere Jahre bei 100 Prozent liegen, beim Binnenabsatz bei 50 Prozent.

Usbekistan erwartet hinsichtlich der Wirtschaftsbeziehungen im GUS-Raum keine Benachteiligungen durch die entstehende Zollunion zwischen Kasachstan, Russland und Belarus. Im Handel zwischen den GUS-Ländern würde weiterhin Freihandel mit entsprechender Zollfreiheit bestehen.

In der Veranstaltung konnten viele Detailfragen von Unternehmen zu spezifischen Investitionsrahmenbedingungen in Usbekistan sowie speziell der Wirtschaftszone Navoï beantwortet werden. Dabei wurde deutlich, dass das Hauptproblem
deutscher Unternehmen in Usbekistan immer noch die Unsicherheit bei der Konvertierung der Landeswährung Sum in Devisen ist. Nach Einschätzung von Botschafter Akhatov sind diese Konvertierungsschwierigkeiten jedoch eher technischer Art. Die usbekische Regierung arbeite intensiv an einer Lösung.

Dr. Martin Hoffmann,
Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft