Ukrainischer Vize-Premier beim Ost-Ausschuss

9. August 2011

Serhij Tihipko nutzt Deutschlandbesuch für Arbeitsgespräch mit Unternehmern

Während seines Besuches in Berlin traf sich am 9. August 2011 der ukrainische Vize-Premierminister und Minister für Sozialpolitik Serhij Tihipko mit Mitgliedern des Ost-Ausschusses zu einem Arbeitsgespräch. Darin informierte Tihipko die Teilnehmer über aktuelle politische Entwicklungen in der Ukraine und die Vorhaben der Regierung.

Der Vize-Premier unterstrich vor allem die erfolgten Reformmaßnahmen zur Verbesserung des Wirtschaftsklimas, die Senkung der Gewinn- und Mehrwertsteuer und die geplante Bodenreform. Die momentane Reform des Rentensystems sei ein komplizierter Prozess, der noch viel Zeit und politische Arbeit benötige.

Dr. Franz-Georg von Busse, Vorsitzender der AG Agrarwirtschaft im Ost-Ausschuss, hob die große Bedeutung der Ukraine aus Sicht der deutschen Wirtschaft hervor. Das Land stelle nicht nur auf Grund der hervorragenden agrarwirtschaftlichen Ressourcen für deutsche Landtechnik einen besonderen Markt dar. Wichtig sei und bliebe, die Kenntnisse der ukrainischen Experten weiter zu fördern. Daher engagieren sich viele Mitgliedsunternehmen des Ost-Ausschusses in Kooperationsprojekten wie dem Deutschen Agrarzentrum in der Ukraine.

Positiv wurde auch die Abschaffung der Exportquoten für Getreide und die weitere Ausrichtung der Ukraine auf das Freihandelsabkommen mit der EU hervorgehoben. Tihipko bot in seiner Funktion als ukrainischer Leiter der High-Level-Group den anwesenden Unternehmen an, sich bei zukünftigen Problemen oder Unregelmäßigkeiten, unter anderem bei der Bezollung von Waren, direkt an ihn zu wenden und regte ein weiteres Arbeitstreffen speziell zu diesem Thema an.

Die Vorsitzende der Deutsch-Polnisch-Ukrainischen Gesellschaft Barbara Monheim, die ebenfalls an dem Gespräch teilnahm, informierte die Anwesenden über den Stand des durch den Ost-Ausschuss unterstützten Projektes "Our Kids", eines Kinderzentrums in Kiew, welches seit über zwei Jahren ukrainischen Waisenkindern ein neues Zuhause in Familiengruppen bietet und als erste non-profit PPP-Maßnahme im Sozialbereich durch eine Sondererlaubnis der ukrainischen Regierung den Status eines Modellprojekts besitzt.

Christoph Gilgen
Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft