Tadschikistan

Stand: August 2016

Wirtschaftliche Entwicklung

Im vergangenen Jahr verlor die Wirtschaft Tadschikistans an Schwung. Das Wachstumstempo reduzierte sich von 6,7 auf sechs Prozent. Wie schon im Jahr zuvor gingen die Überweisungen tadschikischer Gastarbeiter aus Russland weiter zurück. Dies ging einher mit einem schwächeren Konsum. Auslandsinvestitionen und der Geldzufluss internationaler Kapitalgeber, insbesondere Chinas, federten die Folgen der sinkenden Exporte ab, die unter der schwächeren Auslandsnachfrage auf den wichtigsten Exportmärkten Türkei und Russland und den niedrigeren Preisen für Aluminium und Baumwolle, den zentralen tadschikischen Exportgütern, litten. Laut Prognose der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) wird die Wirtschaft 2016 nur noch um 4,5 Prozent wachsen. Die geringeren Überweisungen aus dem Ausland werden auch 2016 den privaten Konsum und die Investitionen bremsen. Dem könnte eine Anhebung der Gehälter im öffentlichen Dienst und der öffentlichen Investitionen entgegenwirken.

Tadschikistan bleibt anfällig für externe Schocks. Durch ein Wachstumsmodell, das den Schwerpunkt vom Dienstleistungssektor auf Produktion und Export verlegt, könnte sich die Wirtschaft stabiler entwickeln.

Wirtschaftsbeziehungen mit Deutschland

Der deutsch-tadschikische Außenhandel bleibt aus deutscher Sicht von eher geringer Bedeutung. Die deutschen Importe aus Tadschikistan, primär Aluminium und Baumwolle, beliefen sich 2015 auf 1,9 Millionen Euro. Der Wert der deutschen Ausfuhren nach Tadschikistan lag bei knapp 45 Millionen Euro. Exportiert werden vor allem Maschinen, Fahrzeuge und technische Ausrüstung sowie chemische Erzeugnisse. Mit einem Handelsvolumen von gerade einmal rund 47 Millionen Euro belegt Tadschikistan den letzten Platz im deutschen Osthandel. Die wirtschaftliche Kooperation mit Tadschikistan ist durch Entwicklungszusammenarbeit geprägt. Projekte für deutsche Unternehmen können sich in den Bereichen Wasserkraft, Tourismus und ökologische Landwirtschaft ergeben.

Aktivitäten des Ost-Ausschusses

Im Mai 2015 fand unter der Leitung des Ost-Ausschuss-Geschäftsführers Rainer Lindner eine Delegationsreise nach Tadschikistan und Kirgisistan statt. Die Delegationsteilnehmer wurden unter anderem vom tadschikischen Premierminister Qohir Rasulzoda empfangen. In der tadschikischen Hauptstadt Duschanbe wurde ein bilaterales Wirtschaftsforum organisiert, bei dem die Delegationsmitglieder ihre Projekte mit Vertretern der tadschikischen Wirtschaft besprechen konnten. Vor allem Tadschikistan, aber auch Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan standen im Mittelpunkt des 5. Nowruz Forum Mitte April 2016 in Hamburg.

Gemeinsam mit der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit mbH (GIZ) und der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) setzt der Ost-Ausschuss seit 2012 bereits in der zweiten Phase ein Projekt des Bundesministeriums für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ) zur Rohstoffkooperation mit Zentralasien um. Im Mai 2016 fand im Rahmen des Projekts die 7. Regionale Dialogplattform zum Thema „Rechtliche Rahmenbedingungen im Bergbausektor“ in der tadschikischen Hauptstadt Duschanbe statt.