Stipendienprogramm feiert 10. Geburtstag

12. April 2013

Mehr als 400 Stipendiaten vom Westbalkan kamen bislang zu Praktika nach Deutschland

Im Jahre 2003 wurde auf Initiative des Ost-Ausschusses in Erinnerung an den ermordeten serbischen Ministerpräsidenten Zoran Djindjic ein Stipendienprogramm für junge Menschen aus den Ländern des Westbalkans ins Leben gerufen. Knapp 60 Stipendiaten des zehnten Jahrgangs werden im Juni nach Berlin reisen, um an der feierlichen Eröffnung des Stipendienprogramms teilzunehmen. Beim Abendempfang am 27. Juni 2013 im Haus der Deutschen Wirtschaft werden die angehenden Praktikanten sowie Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft von Bundesminister Dirk Niebel und dem Vorsitzenden des Ost-Ausschusses Eckard Cordes begrüßt.

Die Studierenden und jungen Graduierten aus Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Mazedonien, Montenegro, Serbien und aus Kosovo kommen nach Deutschland, um ein Praktikum in führenden deutschen Unternehmen zu absolvieren. Vertreten sind dabei unter anderem die Branchen Banken, Versicherung, Automobilindustrie, Energiewirtschaft, Maschinenbau, Logistik, Architektur, Software, Telekommunikation, Handel und Bauingenieurwesen. In diesem Jahr haben sich knapp 2000 Studierende und junge Absolventen aus der gesamten Region beworben. Rund 50 Unternehmen haben ihre Bereitschaft signalisiert, wieder Stipendiaten aufzunehmen. Besonders erfreulich ist, dass sich auch vermehrt kleine und mittelständische Unternehmen für eine Programmteilnahme interessieren.

Das Stipendienprogramm soll den Ideen des 2003 ermordeten serbischen Demokraten Zoran Djindjic Ausdruck verleihen, indem die Ausbildung junger Menschen als wichtigstes Gut eines jeden Landes gefördert wird. Bereits seit zehn Jahren werden in steigender Zahl qualifizierte, motivierte und weltoffene Nachwuchskräfte ausgewählt und in deutsche Unternehmen vermittelt. Die Stipendiaten gewinnen dabei nicht nur einen Einblick in die marktwirtschaftlichen und politischen Abläufe in Deutschland, sondern lernen auch Arbeitsweise und Management deutscher Unternehmen kennen.

Vor ihrem Start in den Arbeitsalltag nehmen die Stipendiaten an einem einwöchigen Einführungsprogramm in Berlin teil. Dabei treffen sie mit Vertretern des Bundestages, des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie sowie mit den Botschaftern der teilnehmenden Länder zusammen und tauschen sich über aktuelle wirtschaftliche Entwicklungen in Europa, politische Rahmenbedingungen in ihren Heimatländern und über mögliche Schritte in Richtung einer EU-Mitgliedschaft aus. In diesem Jahr ist dies besonders interessant, da für den 1. Juli 2013 der EU-Beitritt Kroatiens ansteht. Die Einführungswoche bietet neben dem gegenseitigen Kennenlernen der Teilnehmer untereinander auch Informationen und einen Workshop zu Geschichte, Kultur und Leben in Deutschland.

Nach ihrer Rückkehr in die Länder des Westbalkans werden die Stipendiaten in ein sehr aktives Alumni-Netzwerk integriert und bleiben so Deutschland und der deutschen Kultur verbunden. Die Alumni-Arbeit wurde vom Ost-Ausschuss initiiert und vernetzt inklusive der Generation 2013 bislang rund 450 Stipendiaten. Rund 100 von ihnen trafen sich im April 2013 zu einem regionalen Seminar in Skopje. Aktueller Beleg für die enge Verbindung des Netzwerkes nach Deutschland ist ein Treffen von kroatischen Alumni am 13. März 2013 mit Bundesminister Philipp Rösler in Zagreb.

Stefan Kägebein
Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft