Sicherung der Welternährung – Herausforderung an Politik und Wirtschaft

15. Januar 2009

Die Entwicklung der Weltagrarmärkte sowie die Auswirkungen der Finanzkrise haben gezeigt, dass die Sicherung der Welternährung eine der zentralen globalen Herausforderungen der Zukunft ist. Insbesondere Osteuropa und Zentralasien können einen wichtigen Beitrag leisten, die weltweite Agrarproduktion und damit die Grundlage der Welternährung nachhaltig zu sichern.

Vor diesem Hintergrund unterstützt der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft die Initiative des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, mit dem Forum Internationale Grüne Woche eine Plattform für den internationalen Dialog zum Thema Welternährung zu schaffen. Im Rahmen der Internationalen Ministerkonferenz am 17. Januar 2009 kommen dazu erstmals mehr als 30 Landwirtschaftsminister zum Berliner Agrarministergipfel zusammen, um Strategien zur langfristigen Sicherung der Welternährung zu diskutieren. Gleichzeitig wird das „Internationale Forum Agrar- und Ernährungswirtschaft“, das vom Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft gemeinsam mit Partnerverbänden der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft und der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) initiiert wurde, Lösungsansätze aus Sicht der Wirtschaft und der Entwicklungszusammenarbeit erörtern. 

Im Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft engagieren sich in der Arbeitsgruppe Agrarwirtschaft deutsche Unternehmen erfolgreich für die Modernisierung der Landwirtschaft in Russland und der Ukraine. Eine besondere Bedeutung hat dabei die Aus- und Weiterbildung von landwirtschaftlichen Fach- und Führungskräften in der Anwendung moderner Agrartechnologien. Hier wurden gemeinsam mit dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und der GTZ in Russland und der Ukraine Schulungszentren aufgebaut, die in der Praxis zeigen, wie durch den sachgerechten Einsatz von leistungsstarken Saatgutsorten, moderner Landtechnik und effizientem Pflanzenschutz die Agrarproduktion nachhaltig gesteigert werden kann.

Diese Kooperationsprojekte haben Modellcharakter und zeigen, wie Politik und Wirtschaft im Sinne einer Modernisierungspartnerschaft im Bereich Agrar- und Ernährungswirtschaft mit Schwellen- und Entwicklungsländern zusammenarbeiten können. Solche Projekte leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Welternährung und unterstützen gleichzeitig deutsche Unternehmen dabei, sich erfolgreich auf wichtigen Exportmärkten zu positionieren. Vor diesem Hintergrund setzt sich die Arbeitsgruppe Agrarwirtschaft dafür ein, diesen Projektansatz im Sinne von Private-Public-Partnership auf weitere Regionen auszudehnen und weiter zu entwickeln.

Dr. Franz-Georg von Busse
Geschäftsführer LEMKEN GmbH & Co. KG
Sprecher der Arbeitsgruppe Agrarwirtschaft im Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft