Sauberes Wasser für Russland

3. Mai 2011

Ost-Ausschuss-Veranstaltung im Rahmen der Fachmesse WASSER BERLIN INTERNATIONAL

Im Zentrum des föderalen Programms “Reines Wasser“ steht der Ausbau der Wasserver- und Abwasserentsorgung in der Russischen Föderation. Bis 2020 sollen im Rahmen dieses Programms zahlreiche bedeutende Projekte zur Verbesserung der Infrastruktur vorangetrieben werden. Es entsteht ein Investitionsbedarf von rund 20 Milliarden Euro.

Über 170 Teilnehmer hatten am 3. Mai 2011 die Gelegenheit, aus erster Hand Näheres zum Programm und seinen Chancen zu erfahren. Gemeinsam mit der "Messe Berlin" und "German Water Partnership" lud der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft zum Russland-Forum im Rahmen der Fachmesse WASSER BERLIN INTERNATIONAL ein.

Das ambitionierte Programm der russischen Regierung soll einerseits zunächst aus öffentlichen Mitteln finanziert werden. Andererseits zählt die russische Regierung auch auf den Ansatz der öffentlich-privaten Partnerschaften, die im Wasserbereich im Westen längst zum Standard gehören. Ebenfalls wichtig ist mit Blick auf die Umsetzung von Großvorhaben der Bedarf an Fachkräften. Hier könnte sich bald eine Lücke von bis zu 15.000 Spezialisten (Ingenieure, Techniker, Kaufleute) auftun. Um die angestrebte Verbesserung der Versorgungssituation zu erreichen, müssen die russische Wassergesetzgebung sowie Normen und Regelwerke überarbeitet und an internationale Standards angepasst werden. Der stellvertretende Minister für Regionalentwicklung der Russischen Föderation Anatolij Popow wies in seiner Begrüßungsansprache darauf hin, dass bereits ein neues Gesetz im Bereich der Wasserver- und –entsorgung in Vorbereitung sei.

Im Verlauf der Konferenz präsentierten russische Vertreter der drei wichtigsten Vereinigungen im Wassersektor den Stand der Umsetzung der Strategie „Reines Wasser“. Aleksandr Katkow, Vorstandsvorsitzender der "Russian Water Association", unterstrich die Wichtigkeit der Erhöhung der Lebensqualität durch eine verbesserte Wasserver- und –entsorgung mit dem Einsatz neuer, innovativer Technologien. Feliks Karmasinow, Präsident der "Nationalen Wasserwerksunion Russlands" sowie Generaldirektor von "Vodokanal St. Petersburg" und Stanislaw Chramenkow, Präsident des "Russischen Verbandes für Wasserver- und Abwasserentsorgung", zeigten an konkreten Beispielen (saubere Ostsee, Entwicklung von Großstädten), wie wichtig nachhaltige Prozesse in der Wasserbranche sind. Hervorgehoben wurden hier insbesondere die Steigerung der Energieeffizienz sowie wachsende Investitionen in das Humankapital.

Mit einem Impulsreferat eröffnete Dr. Michael Beckereit, Vorstandsvorsitzender der "German Water Partnership", eine vom Geschäftsführer des Ost-Ausschusses Rainer Lindner geleitete Podiumsdiskussion. Hier ging es um Fragen der Finanzierung und Kofinanzierung von Projekten, Möglichkeiten der Beteiligung von deutschen Unternehmen sowie Rahmenbedingungen und Ergebnisse bereits vorhandener und zukünftiger Kooperationsprojekte.

Am Nachmittag präsentierten Vertreter von Branchenverbänden und Unternehmen erfolgreiche deutsch-russische Kooperationsprojekte. Als Vertreter des Umweltministeriums der Russischen Föderation stellte Dmitrij Kirillow das föderale Programm zur „Entwicklung der Wasserwirtschaft der RF 2012-2020“ vor und unterstrich die Notwendigkeit internationaler Zusammenarbeit.

Mit der Strategie „Reines Wasser“ eröffnet sich die große Chance, auch den Bereich Infrastrukturen für eine sichere Wasserver- und Abwasserentsorgung in die deutsch-russische Modernisierungspartnerschaft zu integrieren. Trotz unterschiedlichster Schwierigkeiten gibt es schon heute viele positive Beispiele für erfolgversprechende Kooperationen.

Da die Weiterentwicklung der erfolgreichen Zusammenarbeit für alle beteiligten Seiten ein Gewinn ist, wurde die Fortsetzung des intensiven Dialogs zwischen Deutschland und Russland auf dem Kongress „Reines Wasser“ im Frühjahr 2012 vereinbart.

Anke Zimdars
Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft