Osteuropas Bedeutung für die Welternährung

17. Januar 2011

Drei Ost-Ausschuss-Veranstaltungen im Rahmen des Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) vom 20. bis 22. Januar in Berlin

Vom 20. bis 22. Januar 2011 treffen sich in Berlin 50 Landwirtschaftsminister mit ihren Delegationen sowie rund tausend Experten und Wirtschaftsvertreter zum Global Forum for Food and Agriculture (GFFA), der politischen Auftaktveranstaltung zur Internationalen Grünen Woche. Das Leitthema des GFFA heißt in diesem Jahr „Handel und Sicherung der Welternährung“.

Angesichts einer wachsenden Weltbevölkerung und des gleichzeitig steigenden Bedarfs an nachwachsenden Rohstoffen werden in den nächsten vierzig Jahren weltweit enorme Anstrengungen notwendig sein, um die Agrarproduktion nachhaltig zu steigern. Insbesondere Osteuropa und Zentralasien, die über ein enormes ungenutztes Produktionspotenzial verfügen, werden hier einen entscheidenden Beitrag leisten können. Vor diesem Hintergrund beteiligt sich der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft auch in diesem Jahr mit hochkarätigen wirtschaftspolitischen Veranstaltungen am GFFA:

Am Donnerstag, den 20. Januar werden um 14 Uhr zu einer Podiumsdiskussion zum Thema „Investitionsmöglichkeiten in Südosteuropa“ unter anderem der stellvertretende kroatische Premierminister sowie die Landwirtschaftsminister aus Serbien und Albanien erwartet (ICC, Raum 8).

Am Freitag, den 21. Januar, diskutieren ab 13 Uhr unter anderem die Landwirtschaftsminister aus Russland und der Ukraine mit Bundesministerin Ilse Aigner über die Entwicklung der Agrar- und Ernährungswirtschaft in Osteuropa und Zentralasien (ICC, Raum 3).

Am Samstag, den 22. Januar, findet in der Telekomrepräsentanz Berlin ein Internationales Wirtschaftspodium zum Thema „Vom Landwirt zum Verbraucher – Initiativen der Wirtschaft für eine nachhaltige Lebensmittelproduktion” statt, an dem unter anderem Hubert Weber, Präsident des Coffee Europe Kraft Foods Europe, Ken Ash, OECD-Direktor für Handel und Agrar, Márcio Lopes de Freitas, Präsident des Brasilianischen Genossenschaftsverbandes (OCB) und Prof. Dr. Maggie Kigozi, Geschäftsführerin Uganda Investment Authority teilnehmen. An die Veranstaltung schließt sich der traditionelle Abendempfang der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft an (Teilnahme nur auf Einladung).

„Vielen Ländern Osteuropas und Zentralasiens ist es in den letzten Jahren gelungen, die Agrarproduktion zu steigern. Insbesondere bei Getreide und Ölsaaten spielen die Länder der Region eine zunehmend wichtige Rolle auf dem Weltmarkt“, sagte Dr. Franz-Georg von Busse, Sprecher der Arbeitsgruppe Agrarwirtschaft im Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft.  Die Entwicklung einer wettbewerbsfähigen Landwirtschaft leiste gleichzeitig einen Beitrag zur Schaffung von Einkommen und einer wirtschaftlichen Diversifizierung in ländlichen Gebieten. Die Welternährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO schätzt, dass Osteuropa und Zentralasien die Agrarproduktion bis 2019 um weitere 25 bis 30 Prozent steigern und damit einen zunehmenden Beitrag zur Sicherung der Welternährung leisten können.
„Entscheidend wird sein, dass die Länder in Osteuropa und Zentralasien mit einer weitsichtigen, am allgemeinen Interesse ausgerichteten Agrar- und Handelspolitik ihren Teil der Verantwortung für die Sicherung der Welternährung übernehmen“, so von Busse. Zuletzt seien hier einige Rückschritte zu beobachten gewesen. So verzögere Russland den notwendigen Modernisierungsprozess der Landwirtschaft, indem auf vielfältige Weise der Zugang russischer Agrarbetriebe zu modernen Betriebs- und Investitionsmitteln erschwert wird. Die Ukraine greife in Folge der Dürre in Russland trotz einer überdurchschnittlichen Ernte im Jahr 2010 zu drastischen Exportrestriktionen, die unnötig die Anspannung am Weltgetreidemarkt verschärfen und gleichzeitig die ukrainischen Agrarproduzenten um Einkommenschancen bringen. Unter anderem diese Fragen werden in den Podiumsdiskussionen erörtert.

Mit dem Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) haben das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und die deutsche Wirtschaft 2010 den Grundstein für ein Dialogforum gelegt, auf dem zu Beginn jeden Jahres die zentralen Zukunftsfragen der globalen Ernährungssicherung diskutiert werden. Die Arbeitsgruppe Agrarwirtschaft im Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft ist zusammen mit dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE), der Deutsche Bauernverband (DBV), die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) und die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH Träger des Global Forum for Food and Agriculture.

Weitere Informationen: www.gffa-berlin.de