Ost-Ausschuss wählt neue Führungsspitze

14. Oktober 2010

Auf Mangold folgt Cordes / Festveranstaltung mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin

Am Donnerstag, den 14. Oktober 2010, hat die Mitgliederversammlung des Ost-Ausschusses Eckhard Cordes ohne Gegenstimme zum Nachfolger von Klaus Mangold als Vorsitzenden des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft gewählt. Cordes wird das Amt zum 1. Dezember 2010 übernehmen.

In einer anschließenden Festveranstaltung würdigte Bundeskanzlerin Angela Merkel vor 300 Teilnehmern – darunter Alt-Kanzler Gerhard Schröder, der frühere Außenminister Hans-Dietrich Genscher und Botschafter aus 20 Mittel- und Osteuropäischen Staaten –, die Arbeit Klaus Mangolds und seiner mit ihm ausscheidenden Vorstandskollegen Burckhard Bergmann und Tessen von Heydebreck. Mangold habe als „Brückenbauer“ zwischen Deutschland und den Ländern Osteuropas gewirkt. "Die Arbeit von Herrn Mangold war durch weit mehr als das Abarbeiten der auf dem Tisch liegenden Probleme gekennzeichnet; sie war nämlich vor allen Dingen geprägt durch eine große Zuneigung, durch eine große Offenheit, durch eine große Neugier zu den Regionen", sagte die Bundeskanzlerin. Unter dem Vorsitz Klaus Mangolds habe sich der Ost-Ausschuss in den vergangenen Jahren mehr denn je auch als „Sprachrohr des Mittelstandes“ in Osteuropa verstanden.

Mit Bezug auf Russland betonte die Bundeskanzlerin: "Ich bin der festen Überzeugung, dass Russland nicht nur ein auf dem Papier stehender strategischer Partner ist, sondern dass Deutschland und auch die Europäische Union ein immenses eigenes Interesse daran haben, Russland stärker an Europa zu binden." Auch auf die aktuelle Debatte über eine stärkere Absicherung der Rohstoffversorgung der deutschen Wirtschaft ging Merkel ein. Der Ost-Ausschuss hatte am Vortag ein Positionspapier vorgestellt, das die verstärkten Aktivitäten chinesischer Staatskonzerne etwa in Zentralasien thematisiert. Merkel sagte in diesem Zusammenhang: "Ansgesicht der strategisch ausgerichteten Rohstoffpolitik zum Beispiel eines Landes wie China ist es dringend erforderlich, dass sich auch die Industrienationen im europäischen Bereich Gedanken über ihre langfristige Rohstoffversorgung machen. Das bezieht sich nicht nur auf Erdgas und Erdöl, sondern geht inzwischen auch weit darüber hinaus. Gerade auch in Zentralasien gibt es eine breite Palette von interessanten Vorkommen, bis hin zu den "Seltenen Erden", die wir etwa für Elektrobatterien noch brauchen werden."

Glückwünsche für Eckhard Cordes

Merkel wünschte dem neuen Vorsitzenden des Ost-Ausschusses Eckhard Cordes viel Glück und lud ihn zu einem engen Dialog mit der Bundesregierung ein: "Ich bin gerne bereit, mit Ihnen nicht nur zu reisen, sondern auch einen ständigen Austausch und Dialog zu pflegen - über das, was noch zu lösen ist und was wir noch zu schaffen haben, aber vor allen Dingen auch darüber, wie wir immer wieder Brücken bauen und Misstrauen entgegenwirken können." Deutschland sei "längst noch nicht am Ende der Entwicklung der Partnerschaft mit den Ländern der Region" angelangt.   

Alexej Mordaschow, Generaldirektor der russischen Sewerstal-Gruppe, hob als weiterer Redner die Verdienste Mangolds um die Deutsch-Russische Modernisierungspartnerschaft hervor. Mangold sei der „Botschafter des deutschen Business in Russland“ schlechthin. Mordaschow repräsentiert die russische Wirtschaft in der  Deutsch-Russischen Arbeitsgruppe für Strategische Fragen (SAG) und ist damit das Pendant zu Klaus Mangold in diesem hochrangigen Gremium.

Klaus Mangold hat den Ost-Ausschuss seit dem Jahr 2000 geleitet, ihn nachhaltig weiterentwickelt und in dieser Zeit mit großem Engagement wichtige Akzente in den Beziehungen der deutschen Wirtschaft zu den Ländern Mittel- und Osteuropas und Zentralasiens gesetzt. Der deutsche Handel mit den Ländern der Region hat sich in der Amtszeit Mangolds mehr als verdoppelt. Der Ost-Ausschuss vertritt die Interessen der Deutschen Wirtschaft in 22 Ländern. Schwerpunkte in den vergangenen Jahren waren insbesondere Russland, die südosteuropäischen Länder und Zentralasien.

In seiner Rede zum Abschluss seiner Tätigkeit forderte Mangold eine neue Russland-Strategie und eine verstärkte Ausrichtung deutscher und europäischer Interessen nach Zentralasien. „Mit dem neuen Vorstand hat der Ost-Ausschuss beste Voraussetzungen, Impulsgeber für einen weiteren Ausbau der Beziehungen zu den Ländern Osteuropas zu sein“, sagte Mangold. „Mit dem neuen Vorstandsteam wird der Ost-Ausschuss seiner nun bald 60-jährigen, großen Tradition in idealer Weise gerecht.“

Eckhard Cordes ist Vorstandsvorsitzender der Metro Group, die in zahlreichen Ländern Mittel- und Osteuropas tätig ist und insbesondere in Russland, in der Ukraine und in Kasachstan expandiert. Cordes gehört dem Präsidium des Ost-Ausschusses seit 2007 an.

„Der Ost-Ausschuss ist der Mittler zwischen der deutschen Wirtschaft, Politik und Öffentlichkeit und den osteuropäischen und zentralasiatischen Ländern. Diese Wachstumsmärkte sind von entscheidender Bedeutung für deutsche Unternehmen. Es ist deshalb geradezu eine Pflicht für die deutsche Wirtschaft und die deutsche Politik, in einer Verantwortungspartnerschaft die Wege Richtung Osten nicht nur zu bahnen und zu ebnen, sondern sie zu breiten Trassen auszubauen“, sagte Cordes.

Burckhard Bergmann und Tessen von Heydebreck hatten gemeinsam mit Klaus Mangold als Ost-Ausschuss-Vorstandsmitglieder einen großen Anteil an der erfolgreichen Arbeit des vergangenen Jahrzehnts: Bergmann hat im Besonderen die Energiethemen mit Russland gestaltet, während der Schwerpunkt bei Herrn von Heydebreck auf den großen Finanzthemen lag.

Die Mitgliederversammlung des Ost-Ausschusses wählte neben Eckhard Cordes vier neue Mitglieder in den Vorstand: Cathrina Claas-Mühlhäuser (Aufsichtsratsvorsitzende der Claas KGaA mbH), Hans-Ulrich Engel (Mitglied des Vorstands der BASF SE), Jürgen Fitschen (Mitglied des Vorstands der Deutsche Bank AG) und Johannes Teyssen (Vorsitzender des Vorstands der E.ON AG). Dem Gremium gehören weiterhin auch Heinrich Weiss (Vorsitzender der Geschäftsführung der SMS Group) und Werner Schnappauf (Hauptgeschäftsführer BDI) an.

Die Rede von Bundeskanzlerin Merkel im Wortlaut.

Die Reden von Klaus Mangold und Eckhard Cordes finden Sie in der Spalte rechts.