Ost-Ausschuss: Deutscher Außenhandel mit Mittel- und Osteuropa im 1. Halbjahr 2008 auf Rekordniveau

21. August 2008

Wachstumsimpulse für deutsche Konjunktur

Gute Nachrichten für die deutsche Wirtschaft: In Zeiten schwächelnder Konjunktur in den westlichen Ländern entwickelt sich der Handel mit den Ländern Mittel- und Osteuropas zu einer wichtigen Wachstumsstütze.

Im ersten Halbjahr 2008 stieg der Wert der deutschen Exporte nach Mittel- und Osteuropa um 15,6 Prozent auf nun 84 Milliarden Euro. Der Anstieg der Exporte in diese Länder war damit dreimal höher, als der Anstieg der deutschen Exporte insgesamt (6,9 Prozent).

Auch die Importe aus Mittel- und Osteuropa nahmen deutlich zu (+13,9 Prozent), sodass mit einem gesamten Warenumsatz von über 153,8 Milliarden Euro ein neues Rekordniveau erreicht wurde. Rund 17 Prozent des gesamten deutschen Handelsumsatzes entfallen bereits auf Mittel- und Osteuropa. Im Vergleich dazu betrug der Handelsumsatz mit den USA 59,4 Milliarden Euro (+0,23 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum) und China 43,6 Milliarden Euro (+11,55 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum).

Bei einem Gesamtumsatz von 32,5 Milliarden Euro stieg der Wert der deutschen Exporte nach Russland im ersten Halbjahr 2008 um über 23 Prozent auf nun 15,8 Milliarden Euro. Auch der Wert der deutschen Einfuhren aus Russland wuchs um 23 Prozent auf 16,8 Milliarden Euro. Während Deutschland aus Russland vor allem Erdöl und Erdgas bezieht, dominieren bei den deutschen Ausfuhren Maschinen und Anlagen, Fahrzeuge und Fahrzeugteile sowie chemische Erzeugnisse. Der hohe Anteil der Investitionsgüter an den deutschen Ausfuhren ist ein deutliches Zeichen, dass die Modernisierung der russischen Wirtschaft an Fahrt gewinnt. Diesen Prozess unterstützt der Ost-Ausschuss aktiv, unter anderem mit Arbeitsgruppen und Konferenzen zu den Themen Logistik, Gesundheit, Energieeffizienz, Fahrzeugbau und Sotschi 2014.

Von hoher Dynamik war auch das Handelswachstum mit den neuen EU-Beitrittsländern Rumänien (+ 21,8 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro) und Bulgarien (+ 17,45 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro) gekennzeichnet. Die deutschen Exporte in die Ukraine nahmen um 19,2 Prozent zu, das gesamte Handelsvolumen mit diesem wichtigen Partnerland stieg dadurch um +15,6 Prozent auf nun 4 Milliarden Euro. Große Steigerungsraten gab es auch bei den deutschen Exporten nach Georgien (+51 Prozent), Montenegro (+63 Prozent), Serbien (+30,5 Prozent) und Usbekistan (+31 Prozent). Der größte Anstieg bei den Importen wurde im Handel mit Aserbaidschan registriert (+105 Prozent).

Der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft führt jährlich eine Vielzahl von Informationsveranstaltungen, Unternehmerreisen und Konferenzen in und über die Länder des östlichen Europa durch. Die Organisation mit Sitz in Berlin versteht sich als Kompetenzcenter der deutschen Wirtschaft für die osteuropäischen und zentralasiatischen Zukunftsmärkte. Am 24. Juli veranstaltete der Ost-Ausschuss in Berlin eine Konferenz zum Thema „Investieren in Russland“, bei der das neue russische Investitionsgesetz im Mittelpunkt stand. Beim Industrietag Russland in Dresden (16.-18. September) geht es vorrangig um die Themen Maschinenbau und Energie. Am 11. November folgt in Stuttgart die 3. Deutsch-Russische Mittelstandskonferenz.

Aktuell gehören dem Ost-Ausschuss über 100 fördernde Mitgliedsunternehmen und Verbände an. Mehrheitlich handelt es sich um mittelständische Betriebe.