Ost-Ausschuss-Delegation in Bulgarien

1. Oktober 2010

Gespräche mit der bulgarischen Regierungsspitze über Kooperationen im Infrastrukturbereich

Unter der Leitung des Ost-Ausschuss-Vorsitzenden Klaus Mangold reiste am Donnerstag, den 30. September 2010, eine hochrangige Wirtschaftsdelegation nach Sofia. Die Teilnehmer trafen neben Staatspräsident Georgi Parvanov auch mit Premierminister Boyko Borisov und Wirtschaftsminister Traicho Traikov zusammen.

Zur Delegation gehörte unter anderem der Vorstandsvorsitzende der Metro Group, Eckhard Cordes. Dieser ist designierter Nachfolger Mangolds im Amt des Vorsitzenden des Ost-Ausschusses. Außerdem reisten Vertreter aus Unternehmen der Energiewirtschaft, der Verteidigungsindustrie, der Landtechnik, des Maschinenbaus und der Abfallwirtschaft an.

Im Zentrum der Gespräche stand der strategische Ausbau der deutsch-bulgarischen Wirtschaftsbeziehungen. Ziel war es, im Vorfeld der bevorstehenden Reise von Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Bulgarien die aktuellen Probleme und Themen in der Wirtschaftszusammenarbeit mit der bulgarischen Seite zu erörtern. „Deutschland bleibt für Bulgarien der wichtigste Handelspartner. Der Ost-Ausschuss hat Bulgariens Weg in die Europäische Union immer tatkräftig unterstützt. Der geplante Beitritt Bulgariens zum Schengen-Raum und der Wegfall der Grenzkontrollen wird unseren Wirtschaftsbeziehungen eine neue Dynamik geben", sagte Mangold in Sofia.
 
Konkret wurde in den Gesprächen der bulgarischen Seite die Unterstützung bei der Vorbereitung von Projekten angeboten, die im Rahmen der Struktur- und Kohäsionsfonds realisiert werden sollen. Gerade vor dem Hintergrund der Erfahrungen bei der Einrichtung von Gewerbegebieten im östlichen Teil Deutschlands einigte man sich auf eine verstärkte Zusammenarbeit bei der Entwicklung von Industrieparks in Bulgarien. Wirtschaftsminister Traikov verwies auf eine gerade erstellte Studie zu industriellen Clustern, die in diesem Zusammenhang eine gute Grundlage bilden kann.

Als wichtiges Feld der deutsch-bulgarischen Zusammenarbeit gilt der Energiebereich. Aktuelle Probleme deutscher Energieversorger in Bulgarien sollen eine schnelle Lösung erfahren. Der bulgarische Premierminister sprach sich dabei nochmals für eine deutsche Beteiligung am Bau des Atomkraftwerks Belene aus. Die deutsche Seite bot einen intensiven Gedankenaustausch zu den Themen Energieeffizienz und erneuerbare Energien an. „Bulgarien könnte bis zu 60 Prozent seines Energieverbrauches einsparen. Die deutsche Wirtschaft hat gerade hier Lösungen entwickelt, die auch für Bulgarien von hohem Interesse sind", sagte Mangold. Zudem wurde über mögliche Kooperationen in den Bereichen Agrarwirtschaft, Tourismus und Infrastruktur gesprochen.