Ost-Ausschuss bedauert Rückzug der WAZ aus Serbien

18. Juni 2010

Mit Bedauern nimmt der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft den Rückzug der WAZ-Gruppe aus Serbien zur Kenntnis.

Das Medien-Unternehmen hatte sich seit vielen Jahren mit Investitionen im mehrstelligen Millionenbereich im Land engagiert. „Ich hoffe, dass der angekündigte Rückzug als Alarmsignal wahrgenommen und wieder zur Verbesserung der Investitionsbedingungen führen wird", sagte Ost-Ausschuss-Vorsitzender Klaus Mangold.

„Die WAZ hat mit ihren verschiedenen Zeitungsbeteiligungen erheblich zur Entwicklung einer modernen Medienlandschaft in Serbien und zur Annäherung des Landes an die EU beigetragen und war bereit, ihr Engagement auszubauen. Zuletzt nahmen die Widerstände aber überhand.“ Mangold drücke die Hoffnung aus, dass es doch noch zu einer Lösung und zu einer Fortsetzung des WAZ-Engagements kommt. „Die serbische Seite ist hier am Zug“, sagte Mangold. „Die deutsche Wirtschaft beobachtet aufmerksam, wie mit diesem wichtigen Investor umgegangen wird.“

Generell habe sich Serbien aufgrund seiner jüngsten Annäherung an die EU, aufgrund der Größe des Marktes und aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung der letzten Jahre zu einem der attraktivsten Investitionsstandorte für deutsche Unternehmen auf dem Westbalkan entwickelt. Zuletzt war eine Delegation des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft im Januar 2010 zu Gesprächen mit der serbischen Regierung in Belgrad. Die Teilnehmer repräsentierten Unternehmen mit einem Gesamtumsatz von etwa 300 Milliarden Euro. Damit war dies die größte Wirtschaftsdelegation, die in den vergangenen Jahren Serbien besucht hat.

Deutschland ist für Serbien der wichtigste Handelspartner und viertgrößte Direktinvestor. Belief sich der Bestand deutscher Direktinvestitionen im Jahr 2004 noch auf 278 Millionen Euro so bewegt er sich aktuell bei über 1,2 Milliarden Euro. Damit hat sich das deutsche Engagement in Serbien in wenigen Jahren mehr als vervierfacht.

„Die deutsche Wirtschaft unterstützt die Annäherung Serbiens an die EU und steht bereit, ihr Engagement deutlich zu steigern. Die serbische Regierung hatte uns bei den Gesprächen im Januar die weitere Verbesserung der Rahmenbedingungen für Investitionen angekündigt. Der Rückzug der WAZ-Gruppe würde auf diese Ankündigungen ein schlechtes Licht werfen“, erklärte Mangold.

Der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft führt jährlich eine Vielzahl von Informationsveranstaltungen, Unternehmerreisen und Konferenzen in und über 22 Länder Mittel- und Osteuropas durch. Die Organisation mit Sitz in Berlin versteht sich als Kompetenzcenter der deutschen Wirtschaft für die osteuropäischen und zentralasiatischen Zukunftsmärkte. Dem Ost-Ausschuss gehören 150 vor allem mittelständische Unternehmen sowie große Wirtschaftsverbände an.