„Wirtschaftliche Verhältnisse in den Herkunftsländern verbessern“

28. August 2015

Ost-Ausschuss-Geschäftsführer Rainer Lindner zur Westbalkan-Konferenz

„Wir hoffen, dass die Gespräche der Minister zu einer Intensivierung der bereits jetzt gelebten regionalen Kooperation sowie zur weiteren Verbesserung des Klimas führen und weitere Projekte zur Verbesserung der Infrastruktur und der Technologieanwendung im Westbalkan identifiziert werden. Wichtig ist, dass die EU erneut bekräftigt hat, die notwendigen Finanzierungen etwa für den Ausbau der Infrastruktur zur Verfügung zu stellen.

Die Länder können noch einiges tun, um attraktiver für Investoren zu werden und die wirtschaftliche Entwicklung positiv zu beeinflussen. Dazu gehört vor allem die weitere Verbesserung der rechtlichen Rahmenbedingungen für Investitionen, verlässliche und transparente bürokratische Strukturen und ein engagierter Kampf gegen Korruption. Damit schafft man Vertrauen, das sich dann hoffentlich in Investitionen und neuen Partnerschaften widerspiegelt.

Gerade vor dem Hintergrund der Migrationsbewegung aus der Region selbst, ist es wichtig, die wirtschaftlichen Verhältnisse in den Herkunftsländern zu verbessern, wozu der Ost-Ausschuss schon seit Längerem seinen Beitrag zu leisten versucht. So bietet das vom Ost-Ausschuss initiierte Zoran Djindjic Stipendienprogramm für den Westbalkan, das mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung durchgeführt wird, jährlich bis zu 60 jungen Nachwuchskräften Möglichkeiten zur Fortbildung in deutschen Unternehmen.

Deutsche Unternehmen sind in sehr verschiedenen Branchen vertreten. Automobilzulieferer interessieren sich zunehmend für die Region, ebenso wie Unternehmen aus den Bereichen Handel oder Dienstleistungen oder der Textilwirtschaft. Wichtig ist es, die Kooperation zwischen Unternehmen aus der Region mit deutschen Partnern zu fördern und so eine solide Basis für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung zu schaffen. Dazu gehört natürlich auch die Erreichbarkeit weiter zu verbessern. Die Infrastrukturprojekte, die derzeit in der Abstimmung sind und die Verbindungen in der Region verbessern sollen, tragen zweifelsohne dazu bei.

Natürlich profitiert davon auch die deutsche Wirtschaft. Die Unternehmen, die bereits jetzt dort engagiert sind, haben in der Regel nicht nur ein Land im Blick, sondern auch die Nachbarn. Und mit einer weiteren Verbesserung der Anbindung an den europäischen Markt ergeben sich auch neue Chancen für Kooperationen. Bereits jetzt können wir auf ein solides Wachstum des Warenaustausches mit der Region blicken, der im ersten Halbjahr 2015 im Vergleich zur ersten Hälfte des vergangenen Jahres um mehr als 11 Prozent gestiegen ist.“