Anknüpfungspunkte in angespannter Situation

8. Juni 2015

Ost-Ausschuss-Unternehmerreise nach Kiew/ Begrüßung der ersten Stipendiaten

Kiew war das Ziel einer Unternehmerreise des Ost-Ausschusses, die am 8. Juni 2015 von Geschäftsführer Rainer Lindner geleitet wurde. 15 Unternehmensvertreter nutzten die Reise, um politische und fachliche Gespräche mit ukrainischen Entscheidungsträgern zu führen. Am Abend wurden die ersten Stipendiaten des neuen Stipendienprogramms für die Ukraine begrüßt.

Das wichtigste Treffen war ein Gespräch mit Wirtschaftsminister Aivaras Abromavicius, der über aktuelle Fragen der Wirtschaftsreformen informierte. Die Unternehmen konnten ihre Positionen und Projekte ausführlich präsentieren. Weitere Gespräche fanden in der ukrainischen Handels- und Industriekammer mit deren Präsidenten Gennadij Chyzhykov sowie in der Stadtverwaltung Kiew mit dem Leiter der Abteilung Wirtschaft und Investitionen Mykola Povoroznyk und dem Generalmanager der Kyiv Investment Agency Oleg Mistiuk statt. Für einzelne Unternehmen wurden individuelle Fachgespräche in diversen Fachministerien organisiert. Ein abschließend geplantes Treffen mit dem stellvertretenden Leiter der Präsidialadministration Dmytro Shimkyv kam aufgrund aktueller Entwicklungen kurzfristig nicht zustande.

Insgesamt eröffnete die Reise den Teilnehmern interessante Gesprächsmöglichkeiten und frischte bestehende Kontakte wieder auf oder knüpfte neue. Trotz der derzeit angespannten Situation in der Ukraine wurde deutlich, dass gleichwohl Anknüpfungspunkte für deutsche Unternehmen bestehen. Gleichzeitig sind die Aufgaben, vor denen die Ukraine und ihre Regierung stehen, gewaltig.

Die Ost-Ausschuss-Delegation wurde vom Delegierten der Deutschen Wirtschaft in der Ukraine Alexander Markus und zeitweise vom deutschen Botschafter in Kiew Christof Weil begleitet. Beide führten zu Beginn der Reise bei einem Briefing die Teilnehmer in die aktuelle Situation in der Ukraine ein.

Am Abend des 8. Juni fand in der Deutschen Botschaft die Verabschiedung der ersten Stipendiaten des neuen Stipendienprogramms Ukraine der deutschen Wirtschaft statt. Zwölf ukrainische Studierende werden ab September ein dreimonatiges Praktikum in deutschen Unternehmen absolvieren. Dieses Programm wird von deutschen Unternehmen und vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) über die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) getragen und im nächsten Jahr fortgesetzt.

Martin Hoffmann
Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft