Cluster-Bildung in Zentralasien

9. Juni 2015

5. Sitzung der Rohstoff-Dialogplattform in Astana mit Beteiligung des Ost-Ausschusses

Zwei Jahre nach der Auftaktveranstaltung kehrte die öffentlich-private Rohstoff-Dialogplattform zurück nach Astana – der Stadt, die sich eifrig auf die Weltausstellung EXPO-2017 mit dem Motto „Energie der Zukunft: Maßnahmen für weltweite Nachhaltigkeit“ vorbereitet.

Der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft führt seit drei Jahren die regionale Rohstoff-Dialogplattform im Rahmen des von der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) geförderten Vorhabens „Mineralische Rohstoffe für Entwicklung in Zentralasien“ durch. Die Rohstoff-Dialogplattform bietet Regierungsvertretern, Bergbau-Unternehmen sowie Experten einen neutralen Raum, um sich mit sektorrelevanten Themen auseinanderzusetzen. So hat das regionale Gemeinschaftsvorhaben in der ersten Implementierungsphase von 2012 bis 2015 darauf hin gearbeitet, die Rahmenbedingungen für die Entwicklung eines modernen Bergbausektors als Motor für eine nachhaltige Entwicklung in Kirgisistan, Kasachstan und Tadschikistan zu verbessern. Der Ost-Ausschuss wurde damit beauftragt, eine Brücke zwischen den Partnerländern und der deutschen Wirtschaft zu bauen, auf deren Grundlage langfristige Rohstoffpartnerschaften geschlossen werden können. In Anbetracht der positiven Rückmeldungen der Partner wurde das gemeinsame Vorhaben bis März 2018 verlängert.

Vor diesem Hintergrund fand am 8. und 9. Juni 2015 die 5. Sitzung der öffentlich-privaten Rohstoff-Dialogplattform zum Thema „Cluster Networks: Tool for Innovation and Competitiveness“ in Astana statt. Die Sitzung befasste sich mit Clustern als Instrument zur Innovationsförderung und Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit. Da die Entwicklung von nationalen Clustern in der Landesstrategie „Kasachstan-2050“ im Vordergrund steht, haben die rund 45 Teilnehmer aus Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Deutschland, Kanada und Großbritannien sich zur richtigen Zeit am richtigen Ort getroffen. Die Sitzung war eine Chance, die kasachische Cluster-Strategie zu diskutieren und die Perspektiven der Clusterbildung in Tadschikistan und Kirgisistan zu sondieren.

Als Gastredner und Teilnehmer waren unter anderem die Europäische Cluster Excellence Initiative, der Chemie-Cluster Bayern, die OECD durch das „Eurasia Competitiveness Programm“, die Weltbank und das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung e.V. (RWI) anwesend. Zwei Tage lang haben die Teilnehmer unterschiedliche Aspekte der Clusterbildung und des Clustermanagements thematisiert. Vertiefte Diskussionen fanden vor allem zur Frage der Bildung von Clustern sowie der Rolle des Staates und der Unternehmen im Entstehungsprozess statt. Im Nachgang der Fachvorträge wurden im Rahmen der Länderarbeitsgruppen konkrete Handlungsempfehlungen erarbeitet und Folgemaßnahmen identifiziert.

Nach Abschluss der Sitzung wurden die internationalen Gäste von Beibut Atamkulov, Staatssekretär im Ministerium für Investitionen und Entwicklung der Republik Kasachstan, empfangen, der sich beim Ost-Ausschuss und der Delegation für das Engagement und die Unterstützung bedankte und den Wunsch nach einer Intensivierung der Zusammenarbeit insbesondere bei der Umsetzung der nationalen Cluster-Strategie signalisierte.

Die nächste Sitzung der regionalen Rohstoff-Dialogplattform findet im Herbst 2015 in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek statt. Dort soll die Perspektive einer sozialverträglichen Bergbaupraxis in der Region erörtert werden.

Beril Ocakli
Projektleiterin