Wassermanagement in Südosteuropa

26. März 2015

Fachveranstaltung im Rahmen der Wasser Berlin International

Der Ost-Ausschuss war Mitorganisator des Südosteuropa-Forums im Rahmen der Fachmesse Wasser Berlin International, auf dem Experten der Branche anhand aktueller Projekte die wichtigsten Herausforderungen diskutierten, mit denen Länder und Unternehmen konfrontiert werden.

Die Entwicklung der Menschheit ist immer schon eng mit dem Thema Wasser verbunden. Bereits frühgeschichtliche Siedlungen entstanden an Flussläufen oder Seen. In der heutigen Zeit, die einerseits durch Ressourcenverknappung und andererseits durch wachsenden Versorgungsbedarf geprägt ist, kommt einem nachhaltigen Wassermanagement regional und global eine wachsende Bedeutung zu. Mit der voranschreitenden EU-Integration der Länder des Westlichen Balkans und dem notwendigen Investitionsbedarf für den Ausbau und die Erneuerung der kommunalen Infrastruktur im Bereich der Wasserver- und Abwasserentsorgung ergeben sich interessante Ansätze für das Engagement deutscher Unternehmen in der Region.

Vor diesem Hintergrund haben German Water Partnership e.V., die Messe Berlin GmbH und der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft im Rahmen der internationalen Fachmesse WASSER BERLIN INTERNATIONAL am 26. März 2015 ein Südosteuropa-Forum organisiert. Experten der Branche diskutierten anhand aktueller Projekte die wichtigsten Herausforderungen, mit denen die Länder und die sich engagierenden deutschen Unternehmen konfrontiert werden.

Die Einführung in das Thema gab Miodrag Kolic, Projektmanager beim Network of Associations of Local Authorities of South East Europe (NALAS) mit seiner Präsentation zur aktuellen Situation und Bedarf. Er betonte die Notwendigkeit der Einführung und konsequenten Anwendung des Asset Managements im Bereich Wasser und Abwasser sowie die Stärkung der Fähigkeiten des lokalen Management- und Führungspersonals. Die Aus- und Weiterbildung von qualifizierten Fachkräften und Trainern stellt eine grundlegende Voraussetzung und besondere Herausforderung dar, wie sich in allen Beiträgen zeigte, insbesondere in der Präsentation von Heike Burghard zum Pilotprojekt TCC Danubius EWIV. Besonders wichtig ist es, das Bewusstsein für die Bedeutung von Qualifizierung als Schlüssel für die Entwicklung der Region zu fördern.

In der Diskussionsrunde stellte sich als elementares Thema immer wieder die Frage der Finanzierung. Mit welchen Mitteln können die notwendigen Modernisierungsmaßnahmen umgesetzt werden? In den Ländern des Westlichen Balkans sind schließlich enorme Investitionen erforderlich, um EU-Standards im Wassersektor zu implementieren: in Kroatien 4,5 Milliarden Euro, in Serbien 10,3 Milliarden Euro und in Bosnien und Herzegowina 2,5 Milliarden Euro.

Zwei deutsche Unternehmensvertreter, Ulrich Goerschel von der p2mberlin GmbH und Joachim Dudey von der WTE Wassertechnik, zeigten mit ihren Erfahrungsberichten wie trotz aller Herausforderungen Projekte in der Region erfolgreich umgesetzt werden können.

Eine ganz andere Seite des Themas Wasser, nämlich dessen zerstörerische Naturgewalt, bildete den Hintergrund für den abschließenden Beitrag von Dejan Komatina von der International Sava River Basin Commission. Im Frühjahr 2014 wurden Serbien, Bosnien und Herzegowina sowie Kroatien von einer verheerenden Flutkatastrophe heimgesucht. Es hat sich gezeigt, wie wichtig ein länderübergreifender nachhaltiger Hochwasserschutz in der Region ist. Auch in diesem hoch spezialisierten Bereich ist das Engagement deutscher Unternehmen insbesondere mit Know-how und innovativen Technologien außerordentlich erwünscht.

Anke Zimdars
Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft