3. east forum Berlin am 22. April

16. April 2015
Internationale Konferenz diskutiert Folgen der Ukraine-Krise und neue Ansätze für die EU-Nachbarschaftspolitik

Am 22. April 2015 veranstalten die UniCredit, der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft, die METRO GROUP mit Unterstützung des Regierenden Bürgermeisters von Berlin das 3. east forum Berlin. Die Konferenz hat das Ziel, angesichts wachsender Spannungen in Europa die Vision eines gemeinsamen europäischen Wirtschaftsraums von Lissabon bis Wladiwostok wiederzubeleben. Berlin präsentiert sich als Treffpunkt für wirtschaftspolitische Debatten zwischen Ost und West und als Start-up-Metropole Europas.

„A new European order over the crisis in Ukraine?

In diesem Jahr diskutiert das east forum Berlin insbesondere über die Folgen der Ukraine-Krise, widmet sich der aktuellen Debatte über eine neue EU-Nachbarschaftspolitik und sucht nach möglichen Antworten auf die zunehmende Konfrontation zwischen der EU und Russland. Als Redner werden unter anderem der EU-Kommissar für Nachbarschaftspolitik und Erweiterungsverhandlungen Johannes Hahn, Vertreter des Auswärtigen Amtes und des Bundeswirtschaftsmimnisteriums sowie hochrangige Vertreter aus Südosteuropa, Schwarzmeeranrainer-Staaten, Russland und Zentralasien erwartet.

Ein Jahr nach der Besetzung der Krim durch russische Truppen und der Einführung von ersten EU-Sanktionen gegen Russland stellt sich die Frage, wie eine dauerhafte Aufspaltung Europas in zwei Blöcke noch verhindert werden kann und welchen Beitrag insbesondere die Wirtschaft zu einer Annäherung beider Seiten leisten sollte. „Die Krise hat uns dramatisch vor Augen geführt, wie wichtig es ist, die Idee des gemeinsamen Wirtschaftsraums weiterzuverfolgen“, erklärt Giuseppe Vita, Vorsitzender des Verwaltungsrats der UniCredit. „Ich vertraue darauf, dass die Entwicklung gemeinsamer wirtschaftliche Interessen wieder zu einer Verbesserung der politischen Beziehungen beitragen wird.“

„In den Vereinbarungen von Minsk haben sich die Regierungschefs aus Russland, der Ukraine, Deutschland und Frankreich zur Vision eines gemeinsamen humanitären und wirtschaftlichen Raumes vom Atlantik zum Pazifik bekannt“, betont der Vorsitzende des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft Eckhard Cordes. „Dazu ist es notwendig, dass die EU-Kommission Verhandlungen mit der EurasischenWirtschaftskommission über den Abbau von Handelshemmnissen beginnt. Dies liegt nicht zuletzt im Interesse von Ländern wie der Ukraine, Moldau, Georgien und Armenien, für die eine wirtschaftliche Spaltung Europas zu existenziellen Krisen führt.“

Olaf Koch, Vorstandsvorsitzender der METRO AG, hebt die Bedeutung von Freihandelszonen für die konjunkturelle Entwicklung in Europa hervor: „Der freie Handel führt auf beiden Seiten und bei den geographisch dazwischen liegenden Ländern nur zu Gewinnern. Harmonisierung von Standards, Streichung von Zöllen – als Händler sehen wir in einem gemeinsamen Markt großes Potenzial, das zudem ein wertvoller Anreiz sein kann, den Fokus wieder auf die Gemeinsamkeiten zu rücken.“

Zum east forum Berlin werden in diesem Jahr 250 Teilnehmer aus 25 Ländern erwartet. Eröffnet wird das east forum Berlin am Morgen des 22. April in der AXICA am Pariser Platz erstmals vom neuen Regierenden Bürgermeister von Berlin Michael Müller. Anschließend informiert EU-Kommissar Hahn über die zukünftige EU-Nachbarschaftspolitik. In weiteren Diskussionsrunden wird Berlin als Ost-West-Drehscheibe für Innovationen und Zentrum der Kreativwirtschaft vorgestellt. Die Einführung hält dazu Emmanuel Thomassin, CFO von Delivery Hero, dem derzeit wohl am schnellsten expandierenden Unternehmen Berlins mit Vertretungen in rund 30 Staaten weltweit. Ein zweites Forum widmet sich der Zukunft der Ukraine. Hier werden unter anderem die jeweiligen Sonderbeauftragen des IWF, der EU und der Bundesregierung mit dem stellvertretenden Leiter der ukrainischen Präsidialadministration über den Stand der Reformen und die notwendigen weiteren Schritte zur Stabilisierung des Landes diskutieren.

Parallel zu den beiden Foren wird in zwei nicht-öffentliche Panel-Diskussionen über das künftige Verhältnis von EU und Eurasischer Wirtschaftsunion und über die innere Verfassung der EU nach den langen Jahren der Wirtschaftskrise diskutiert. Die Ergebnisse der Diskussionsrunden werden am Abend des 22. April erläutert: Das east forum Berlin endet mit einem feierlichen Empfang im Allianz Forum am Pariser Platz in Sichtweite des Brandenburger Tors.

Wie in den vergangenen Jahren wird auch das diesjährige east forum Berlin von verschiedenen Begleitveranstaltungen eingerahmt, die den Fokus auf einzelne Länder und Regionen richten. Weitere Informationen zu Teilnehmern und zum Programm des east forum Berlin finden Sie auf www.eastforum-berlin.de