Auf dem Weg in die Europäische Union

19. Juni 2014

Der Serbischer Premierminister Vucic zu Gast beim Ost-Ausschuss in Berlin

Im Januar 2014 hat  die Europäische Union die Beitrittsverhandlungen mit Serbien eröffnet. Der europäische Integrationsprozess stellt das Land vor vielfältige Herausforderungen, bietet aber auch Chancen zur Modernisierung und Liberalisierung seiner Wirtschaft. Der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft nutzte den ersten Deutschlandbesuch des neuen serbischen Premierministers Aleksandar Vucic am 12. Juni zu einem Treffen zwischen Unternehmensvertretern und der serbischen Delegation. Vucic wurde begleitet vom Minister für Justiz, Nikola Selakovic, sowie Vertretern der Serbischen Investitionsagentur SIEPA.

Der Geschäftsführer des Ost-Ausschusses, Prof. Dr. Rainer Lindner, der das Gespräch moderierte, wies in seiner Begrüßung darauf hin, dass Deutschland bereits heute der wichtigste Handelspartner Serbiens sei. Die hochrangige Besetzung des Unternehmergespräches zeige das ungebrochen hohe Interesse der deutschen Wirtschaft an Serbien. Jetzt gelte es für das Land, weiterhin eine klare Wirtschaftspolitik zu verfolgen und den angestoßenen Reformprozess fortzusetzen.

Aleksandar Vucic, der am 16. März dieses Jahres zum Premierminister Serbiens gewählt wurde, verwies darauf, dass die Fortsetzung des EU-Kurses sowie eine Modernisierung der Wirtschaft weiterhin Schwerpunkte seiner Politik seien. Neben den politischen Herausforderungen, die Serbien zu meistern hätte, sei es von großer Bedeutung, verlässliche wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen zu schaffen sowie die Liberalisierung des serbischen Marktes voranzutreiben. Vucic warb für weitere deutsche Investitionen in seinem Land und betonte, dass die serbische Regierung zu ihrem Wort stehen und eine Öffnung des Marktes vorantreiben würde.

In verschiedenen Statements bestätigten die anwesenden Unternehmensvertreter aus dem Energiesektor, der Agrar- und Ernährungswirtschaft, Automotive, der Verteidigungswirtschaft, dem Finanzsektor sowie dem Infrastrukturbereich den positiven Wandel in der serbischen Wirtschaftspolitik. Gleichzeitig forderten sie ein energischeres Vorgehen gegen Ineffizienz und Verzögerungen in der Administration und der Justiz sowie gegen Korruption.

Serbien,  so Lindner, müsse jetzt zusätzlich eine besondere Herausforderung meistern. Die Auswirkungen der verheerenden Flutkatastrophe hätten die serbische Wirtschaft stark getroffen. Der Ost-Ausschuss hat den Spendenaufruf der Deutschen Botschaft in Belgrad, der Delegation der Deutschen Wirtschaft und weiterer Partner unterstützt. Insgesamt sind bisher mehr als eine Millionen Euro als Sach- und Geldspenden überreicht worden.

Vucic, dessen Ziel es ist, Serbien bis 2020 in die Europäische Union zu führen, sagte der deutschen Wirtschaft die aktive Unterstützung der serbischen Regierung zu. Gleichzeitig lud der Premier den Ost-Ausschuss zu einer hochrangigen Unternehmerreise nach Serbien ein, die für das zweite Halbjahr 2014 in Planung ist.

Antje Müller
Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft