Statement des Ost-Ausschuss Vorsitzenden Eckhard Cordes zu den Wirtschaftssanktionen Russlands

7. August 2014

„Der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft hat frühzeitig vor der Ausweitung der Ukraine-Krise auf die globale Wirtschaft und dem Abgleiten in eine Spirale aus gegenseitigen Wirtschaftssanktionen gewarnt. Die Wirtschaftssanktionen der Europäischen Union und die Gegensanktionen der Russischen Föderation werden die bereits angespannte wirtschaftliche Lage in der Region weiter verschärfen. Die jetzt beschlossenen Gegensanktionen Russlands werden den negativen Trend bei den deutschen Exporten nach Russland verstärken.

Im vergangenen Jahr exportierten deutsche Unternehmen Waren in Höhe von über 570 Millionen Euro, die nun auf der russischen Sanktionsliste stehen. Gleichzeitig wird der Druck auf die russische Wirtschaft zunehmen. In der jetzigen Situation ist es immens wichtig, die Spirale von Sanktionen und Gegensanktionen zu durchbrechen und an den Verhandlungstisch zurück zu kehren. Die bereits etablierte Kontaktgruppe muss einen Friedensprozess initiieren. Andernfalls riskieren wir eine dauerhafte Verunsicherung von Investoren, eine zunehmende Isolierung und Abkehr Russlands vom Westen sowie eine Schädigung der konjunkturellen Entwicklung in ganz Europa. Ein lang anhaltender Handelskonflikt zwischen der Europäischen Union und Russland könnte tausende Arbeitsplätze in Deutschland und Russland gefährden. Bereits vor den Sanktionen haben deutsche Unternehmen Investitionen in Millionenhöhe in Russland auf Eis gelegt.“