Unternehmerreise nach Baku

3. September 2014

Ost-Ausschuss schlägt Deutsch-Aserbaidschanisches Wirtschaftsforum vor

Vom 1. bis 3. September 2014 hielt sich der Geschäftsführer des Ost-Ausschusses Rainer Lindner in Begleitung einer Wirtschaftsdelegation in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku auf. Die Reise war gemeinsam mit dem Deutsch-Aserbaidschanischen Forum e.V. und seinem Vorsitzenden Hanns-Eberhard Schleyer vorbereitet worden. Der Wirtschaftsdelegation gehörten Vertreter von Claas, Deutsche Bank, Herrenknecht, John Deere, Knauf, Siemens und SMS Meer an.

Zur Delegation gehörten weiterhin die Vorsitzende der Deutsch-Südkaukasischen Parlamentariergruppe im Deutschen Bundestag Karin Stränz sowie der vormalige Bundeswirtschaftsminister Michael Glos.

Im Gespräch mit Staatspräsident Ilham Aliev wurden die Wünsche der deutschen Wirtschaft nach einem stabilen ökonomischen und politischen Umfeld angesprochen sowie auf Projekte und Vorhaben deutscher Unternehmen hingewiesen. Präsident Aliev äußerte einmal mehr die Hoffnung auf weitere direkte Investitionen aus Deutschland. Aserbaidschan biete sich als interessante Alternative für Produktion, Logistik und Handel in Zeiten erschwerter Handelsbeziehungen zwischen Deutschland, der EU und Russland an. Sein Land setze auf eine Stärkung von Industrie, Landwirtschaft und Dienstleistungen. Die steigenden Exporte von Öl und Gas würden künftig die Energiesicherheit Europas erhöhen. Überall sei die Beteiligung deutscher Unternehmen sehr willkommen. Aliev begrüßte den Vorschlag des Ost-Ausschusses, im kommenden Jahr ein Deutsch-Aserbaidschanisches Wirtschaftsforum auszurichten.

Sehr offen ging Aliev mit der Ukraine-Krise und Russland um: Aserbaidschan bekenne sich zur friedlichen Nachbarschaft in Europa und lehne auch wegen des andauernden Karabachkonflikts die Annektierung von Territorien anderer Staaten grundsätzlich ab. Die Zusammenarbeit mit der neuen EU-Kommission wolle man verstärken; eines Freihandelsabkommens bedürfe es deswegen jedoch nicht.

Im Gespräch mit Wirtschaftsminister Shahin Mustafayev und der Investitionsagentur AZPROMO sagte Mustafayev zu, die Vorbereitung einer Präsentation der deutschen Wirtschaft im kommenden Jahr in Baku zu unterstützen.

Die Delegation traf darüber hinaus mit dem stellvertretenden Energieminister und dem Außenminister zusammen. Schwerpunkte künftiger Zusammenarbeit sollten die Aus- und Weiterbildung sowie die Förderung des Mittelstands in Aserbaidschan sein. Weitere Projektperspektiven wurden im Bereich Stahlerzeugung, kommunale Infrastruktur (Metronetz Baku) und Agrotechnik identifiziert.