Große Wirtschaftskonferenz zum Westbalkan

13. September 2014

Unternehmensvertreter und Wirtschaftsminister aus acht Ländern treffen sich am 24. September in Montenegro / Cordes: Regionale Zusammenarbeit ist Schlüssel zu Wachstum

Erst am 28. August fand in Berlin auf Anregung von Bundeskanzlerin Angela Merkel eine große Westbalkankonferenz statt, an der sich auch der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft beteiligte. Nur vier Wochen später können wichtige Akteure der Berliner Konferenz ihre begonnenen Gespräche fortsetzen.

Am 24. und 25. September 2014 laden die Wirtschaftskammer Montenegros und der Ost-Ausschuss deutsche und Unternehmer der Westbalkanstaaten zu einem regionalen Wirtschaftsforum mit dem Titel „Economy – Basis for Western Balkans Regional Cooperation” in die montenegrinische Hafenstadt Budva ein. Die Idee für diese Veranstaltung entstand vor einem Jahr bei einem Treffen von Ost-Ausschuss-Geschäftsführer Rainer Lindner mit dem montenegrinischen Präsidenten Filip Vujanovic. Eröffnet wird die Wirtschaftskonferenz durch den montenegrinischen Premierminister Milo Djukanovic.

 „Wie schon bei der Auftaktkonferenz in Berlin erwarten wir auch in Budva die Teilnahme aller für Wirtschaft zuständigen Minister der Länder des Westbalkans“, kündigt Ost-Ausschuss-Vorsitzender Eckhard Cordes an. „Eine intensive, grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Region ist der Schlüssel zu Wachstum und Wohlstand“, so Cordes. „Ziel der Konferenz ist es, den Westbalkan als attraktiven Investitionsstandort zu präsentieren, neue Ideen für grenzüberschreitende Projekte zu besprechen sowie eine engere Abstimmung der regionalen Wirtschaftsförderung in Gang zu bringen.“

Die Länder des Westlichen Balkan haben sich gerade auch durch die im Jahr 2003 auf dem Gipfel in Thessaloniki in Aussicht gestellte EU-Mitgliedschaft zu interessanten Investitionsstandorten für die deutsche Wirtschaft entwickelt. Mehr als die Hälfte ihres Warenaustausches realisieren die Länder mit der Europäischen Union, wobei Deutschland zu den wichtigsten Handelspartnern zählt. Stark getroffen von der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise 2008 können die meisten Ländern inzwischen wieder an die Wachstumsraten der frühen 2000er Jahre anknüpfen. Dennoch gibt es eine Reihe struktureller Herausforderungen, die im Rahmen der Konferenz diskutiert werden sollen. Dazu gehört beispielsweise die Modernisierung der grenzüberschreitenden Energie-, Wasser- und Transportinfrastruktur. „Die Flutkatastrophe im Frühjahr 2014, die in Bosnien-Herzegowina, in Serbien und auch in Kroatien große Schäden angerichtet hat, war Mahnung und Ermutigung zugleich: Auf große Herausforderungen findet man gemeinsam die besten Antworten“, betont Cordes.

Das Programm der Konferenz sieht Fachpanels zu den Themen Energie und Energieeffizienz, Kommunale Infrastruktur, Agrar- und Ernährungswirtschaft, Tourismus und Finanzierungsfragen vor.  „Für sich genommen bieten die Länder des Westlichen Balkans meist nur einen kleinen, überschaubaren Markt. Wenn es aber gelingt, die regionalen Potenziale und spezifischen Stärken über grenzüberschreitende Kooperationen zusammenzuschließen, entsteht eine wirtschaftlich starke Region in Europa“, erläutert der Ost-Ausschuss-Vorsitzende.

Alumnitreffen des Zoran Djindjic Stipendienprogramms

Eine große Herausforderung stellt in der Region auch die hohe Jugendarbeitslosigkeit dar. Bereits jetzt engagieren sich deutsche Unternehmen in den Ländern im Bereich der Aus- und Weiterbildung und stehen den Regierungen für einen Dialog zur Verfügung. Der Ost-Ausschuss engagiert sich seit mehr als einem Jahrzehnt im Rahmen des Zoran Djindjic Stipendienprogramms der Deutschen Wirtschaft für den Westbalkan für die Aus- und Weiterbildung junger Graduierter in deutschen Unternehmen. Im Rahmen dieser gemeinsamen Initiative von deutschen Unternehmen und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung reisten bereits vor zehn Jahren die ersten 25 Stipendiaten aus Serbien nach Deutschland. Einschließlich der Generation 2014 haben nunmehr bereits 500 junge Menschen aus allen Ländern des Westbalkans im Rahmen des Stipendienprogramms ein Praktikum in deutschen Unternehmen absolviert. Gleich im Anschluss an die Wirtschaftskonferenz treffen sich  in Budva frühere Stipendiaten zu ihrer dann bereits  7. Regionalen Alumnikonferenz.

Das Programm und den Anmeldebogen zur Wirtschaftskonferenz finden Sie auf der Internet-Seite des Ost-Ausschusses: www.ost-ausschuss.de


Die Anmeldung sollte bis zum 20. September 2015 an die Mail-Adresse der Wirtschaftskammer Montenegros konferencija@pkcg.org geschickt werden.