Kosovos Außenminister zu Besuch

21. Juli 2016
Weiterentwicklung der Zusammenarbeit vereinbart/ Energiesektor im Fokus
 
Am 21. Juli 2016 empfing der Geschäftsführer des Ost-Ausschusses Michael Harms den Außenminister der Republik Kosovo Enver Hoxhaj und den Botschafter der Republik Kosovo Skender Xhakaliu in Berlin. Im Vordergrund des Treffens standen die bisherige erfolgreiche Zusammenarbeit sowie das beiderseitige Interesse an einem Ausbau der bestehenden guten Beziehungen.

Ein besonderer Dank des Außenministers Hoxhaj galt der Unterstützung des Ost-Ausschusses auf politisch-institutioneller Ebene. Jetzt sei es an der Zeit, eine neue Phase der verstärkten wirtschaftlichen Zusammenarbeit einzuläuten. Den Grundstein hierfür soll ein geplantes Gesetz zur Erleichterung ausländischer Investitionen legen, das derzeit im kosovarischen Parlament diskutiert wird. Im Fokus der bilateralen Zusammenarbeit stehe weiterhin der Energiesektor. Außenminister Hoxhaj sieht jedoch auch ein wachsendes Potenzial im Finanzsektor sowie im Tourismus. Hier würde die für Ende des Jahres erwartete Visaliberalisierung einen erheblichen Beitrag leisten. Die entsprechende Empfehlung seitens der EU-Kommission wurde bereits im Mai dieses Jahres ausgesprochen.
 
Darüber hinaus soll ein weiterer Schwerpunkt auf die Berufsausbildung gelegt werden. Ein positives Beispiel stellt in diesem Zusammenhang die Teilnahme der Republik Kosovo am Zoran Djindjic Stipendienprogramm für die Länder des Westlichen Balkans dar. Botschafter Xhakaliu bedankte sich für die erfolgreiche Teilnahme von insgesamt 19 kosovarischen Stipendiaten seit 2009 und bewertete die Zukunft des Programms positiv. 
 
Hervorgehoben wurde von beiden Seiten das generell zunehmende Interesse an der Region des Westlichen Balkans. Hoxhaj betonte insbesondere das steigende Interesse deutscher Unternehmen am Kosovo. Für die positive wirtschaftliche Entwicklung des Landes spricht auch das von der EBRD 2016 erwartete Wirtschaftswachstum von etwa drei Prozent und die positive Prognose von etwa 3,5 Prozent im Jahr 2017. Dies könnte sich langfristig nicht nur vorteilhaft auf die deutsch-kosovarischen Wirtschaftsbeziehungen auswirken, sondern stellt einen wichtigen Beitrag für einen allmählichen Wandel des bisher eher negativen Images der jungen Republik dar.
 
Abschließend äußerten sich beide Seiten optimistisch gegenüber der Idee einer gemeinsamen Veranstaltung in der Hauptstadt Pristina im nächsten Jahr, um vor allem die wirtschaftliche Zusammenarbeit mittelständischer Unternehmen beider Länder weiter voranzutreiben.
 
Inga Bussas
Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft