Besuch zum günstigen Zeitpunkt

25. April 2016

Ost-Ausschuss im Gespräch mit dem kroatischen Premierminister Oreskovic

Am 25. April 2016 nutzte der kroatische Premierminister Tihomir Oreskovic, begleitet durch Außenminister Miro Kovac, seinen Besuch in München für ein Gespräch mit Unternehmensvertretern des Ost-Ausschusses. Der Einladung zum Abendessen, das der Ost-Ausschuss mit Unterstützung der Siemens AG organisierte, folgten etwa fünfzehn Unternehmensvertreter, die die Gelegenheit nutzten, aktuelle Projekte vorzustellen und Fragen etwa aus den Bereichen Steuer- und Finanzpolitik, Handel, Infrastruktur oder der Gesundheitswirtschaft zu diskutieren.

Der Besuch kam zu einem günstigen Zeitpunkt. Kroatien hat sich 2015 ausgesprochen positiv entwickelt. Erstmals seit dem dramatischen Einbruch des BIP-Wachstums 2009 in Folge der weltweiten Finanzkrise ist das Land auf Wachstumskurs. 2016 soll der positive Trend anhalten und 1,5 Prozent Wachstum bringen (2015: 1,6 Prozent). Diese positive Entwicklung spiegelt sich auch in den Zahlen für den deutsch-kroatischen Warenaustausch, der mit 3,7 Milliarden Euro 2015 einen neuen Rekordwert erreichte und gegenüber dem Vorjahr um mehr als 17 Prozent zulegte.

Kroatien sei ein wichtiger Markt für deutsche Unternehmen, der noch einiges an bisher ungehobenem Potenzial berge. Umso erfreulicher sei das klare Bekenntnis der neuen Regierung, die wirtschaftliche Entwicklung des Landes als zentrale Aufgabe zu betrachten, unterstrich der Geschäftsführer des Ost-Ausschusses Michael Harms in seiner Begrüßung. Über 80 Prozent der deutschen Unternehmen, so Nicolas Baron Adamovic, Präsident der Deutsch-Kroatischen Industrie- und Handelskammer (DKIHK), würden sich wieder für ein Engagement in Kroatien entscheiden – so das Ergebnis der Konjunkturumfrage der DKIHK. Handlungsbedarf gebe es aber insbesondere im Bereich der dualen Berufsausbildung. Mit Freude habe man in Gesprächen mit den zuständigen Ressortministern vernommen, dass die Implementierung der dualen Ausbildung in Kroatien weit oben auf der Agenda stünde.

Premierminister Oreskovic betonte, dass die wirtschaftliche Entwicklung Kroatiens zentrale Aufgabe der neuen Regierungskoalition sei. Transparenz, Effizienz und finanzielle Stabilität seien maßgebend für die Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

Das Jahr 2015 war in Kroatien von den Parlamentswahlen im November geprägt. Mit dem Abschluss der Regierungsbildung Anfang des Jahres 2016 nahm der Ost-Ausschuss den Gesprächsfaden wieder auf und kam gemeinsam mit Vertretern des Bundeswirtschaftsministeriums und der DKIHK mit der kroatischen Seite am 15. März 2016 zu einem ersten Treffen der Task Force zusammen. Mit diesem Instrument begleiten die diese Akteure Unternehmensprojekte mit dem Ziel, gemeinsam mit der kroatischen Seite akute Probleme bei der Umsetzung zu lösen. Die nächste Sitzung ist für Juni 2016 geplant.

Anja Quiring
Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft