Grüne Woche: Ost-Ausschuss beteiligt sich am globalen Agrarforum

11. Januar 2016

Fachkräftemangel auf dem Land und Versorgungssicherheit der Großstädte im Mittelpunkt

Auch 2016 beteiligt sich der Ost-Ausschuss am Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) im Rahmen der Internationalen Grünen Woche in Berlin. Während russische Vertreter auf der Grünen Woche fehlen, versucht die Ukraine die Chancen der Annäherung an die EU zu nutzen.

Vom 14. bis 16. Januar 2016 treffen sich in Berlin rund 60 Landwirtschaftsminister und mehr als 1.000 Agrarexperten und Wirtschaftsvertreter zum 8. Global Forum for Food and Agriculture (GFFA), der zentralen agrarpolitischen Auftaktveranstaltung der Internationalen Grünen Woche. Das GFFA diskutiert in diesem Jahr das Schwerpunktthema „Wie ernähren wir die Städte? – Landwirtschaft und ländliche Räume in Zeiten von Urbanisierung“.

Als Trägerverband des GFFA engagiert sich die Arbeitsgruppe Agrarwirtschaft (AG) im Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft traditionell mit eigenen Veranstaltungen bei diesem Forum der internationalen Agrar- und Ernährungswirtschaft. Im Mittelpunkt des Fachpodiums „Urbanisierung, Migration und Strukturwandel – Herausforderungen und Strategien für den Agrarsektor Osteuropas“ am Donnerstag, dem 14. Januar, 15.30-17.30 Uhr, stehen das Phänomen der Landflucht und Strategien für einen produktiven Strukturwandel des ländlichen Raums in Osteuropa. Die Veranstaltung wird gemeinsam von der AG Agrarwirtschaft im Ost-Ausschuss und dem Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien (IAMO) durchgeführt.

Zudem werden in bilateralen Treffen die agrarpolitischen Herausforderungen nach der Ausweitung der Deep and Comprehensive Free Trade Area (DCFTA) der Europäischen Union diskutiert. Am Abend des 15. Januar ist die AG Agrarwirtschaft im Ost-Ausschuss Kooperationspartner des traditionellen GFFA-Empfangs für die Agrarminister sowie des Empfangs der ukrainischen Botschaft, zu dem auch der ukrainische Minister für Agrarpolitik und Ernährung Oleksiy Pavlenko erwartet wird.

Liste der Herausforderungen des ländlichen Raums ist lang

Der ländliche Raum hat in Osteuropa wirtschaftlich eine hohe Bedeutung. Er spielt eine wichtige Rolle bei der Lebensmittelversorgung, liefert zunehmend aber auch nachwachsende Rohstoffe für technische Zwecke und die Energiegewinnung. Die wirtschaftlichen Potenziale der Region sind bei weitem noch nicht ausgeschöpft, die Herausforderungen sind zahlreich. Dazu gehören die Verringerung der Landflucht, die Steigerung der Ernteerträge, die Erhöhung der Arbeitsproduktivität und der Ausbau von Wertschöpfungsketten.

Den ländlichen Raum zu stärken, ist eine Gemeinschaftsaufgabe: „Ernährungssicherheit geht uns alle an. Und ich bin sicher: Gemeinsame Anstrengungen liefern zukunftssichere Ergebnisse – gerade im Bereich der Agrar- und Ernährungswirtschaft“ sagt Franz-Georg von Busse, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Agrarwirtschaft im Ost-Ausschuss und Generalbevollmächtiger der Gebr. Pöttinger GmbH.

Die politischen Veränderungen im Osten Europas machen auch vor der Landwirtschaft nicht halt – etwa mit Blick auf die Ukraine: „Die Annäherung der Ukraine an die Europäische Union birgt große Chancen“, sagt Dirk Stratmann, Ländersprecher Ukraine der AG Agrarwirtschaft im Ost-Ausschuss und Geschäftsführer der John Deere International GmbH, denn: „Der Agrarsektor der Ukraine spielt eine große Rolle für die wirtschaftliche Gesundung des Landes insgesamt.“

Die AG Agrarwirtschaft im Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft bündelt das internationale Engagement der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft Richtung Osteuropa und begleitet die dortigen agrarpolitischen Entwicklungen. „Dass Russland 2016 nicht auf der Grünen Woche vertreten ist, ist ohne Zweifel ein Einschnitt“, betont Franz-Georg von Busse: „Umso mehr hoffen wir, dass sich die bestehenden Konflikte bald lösen lassen und das Vorhaben einer Modernisierungspartnerschaft in der Agrar- und Ernährungswirtschaft mit Russland neue Impulse erhält.“

AG Agrarwirtschaft im Ost-Ausschuss

Der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft ist seit 1952 als gemeinsames Organ der Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft zentraler Ansprechpartner deutscher Unternehmen für die Märkte Russland, Belarus, Ukraine, Zentralasien, Süd-Kaukasus und Südosteuropa. Er begleitet wichtige wirtschaftspolitische Entwicklungen in den bilateralen Beziehungen mit diesen Ländern und fördert Handel, Investitionen und Dienstleistungstransfers deutscher Unternehmen auf den schwierigen Märkten der Region. Mit der Arbeitsgruppe Agrarwirtschaft bündelt der Ost-Ausschuss als Regionalinitiative der deutschen Wirtschaft seit 2001 das internationale Engagement der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft und engagiert sich als Träger des GFFA Berlin e.V.