Urbanisierung als Herausforderung für die Landwirtschaft in MOE

30. November 2015
Agrarpolitisches Symposium auf dem Global Forum for Food and Agriculture
 
Berlin/ Halle (Saale), 30. November 2015 – Im Rahmen der Internationalen Grünen Woche 2016 richten das Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien (IAMO) und die Arbeitsgruppe Agrarwirtschaft beim Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft (OA) auf dem Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) das agrarpolitische Fachpodium „Urbanisierung, Migration und Strukturwandel – Herausforderungen und Strategien für den Agrarsektor Osteuropas“ aus. 

Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft werden Optionen diskutieren, wie mit den anstehenden Herausforderungen hinsichtlich der Versorgung wachsender Städte mit gesunden und sicheren Nahrungsmitteln bei gleichzeitiger Migration aus den ländlichen Gebieten in Osteuropa umgegangen werden kann.
 
Zu sozialistischer Zeit unterlagen Landwirtschaft und ländliche Räume in Osteuropa hinsichtlich Verbraucherpreisen und Subventionen starker staatlicher Lenkung – bei gleichzeitiger Einschränkung der Bewegungsfreiheit für die ländliche Bevölkerung und relativ geringen Investitionen in soziale oder technische Infrastruktur. Die Privatisierung von Staatsgütern und landwirtschaftlichen Genossenschaften während des frühen Transformationsprozesses brachte keine schnelle Lösung für die vielfältigen Probleme der Agrarwirtschaft in Osteuropa.
 
Die seit kurzem wachsende Bedeutung von Getreide aus der Schwarzmeerregion auf dem Weltmarkt kann die Defizite in der Produktion von wettbewerbsfähigen Produkten mit hoher Wertschöpfung bislang nicht ausgleichen. Daher hinken die Dörfer den städtischen Gebieten wirtschaftlich weit hinterher – was die Migration aus den ländlichen Gebieten, sowie die Urbanisierung noch mehr beschleunigt. Politische Initiativen zur Förderung ländlicher Entwicklung und die Unterstützung der sozialen Infrastruktur in den Gemeinden sollen junge und qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Agrarwirtschaft halten, wenn nicht sogar neu gewinnen.
 
Das Fachpodium findet am 14. Januar 2016 von 15.30 bis 17.30 Uhr auf Ebene 3 des CityCube Berlin statt. Es wird simultan übersetzt. Die Teilnahme ist kostenfrei. Interessierte Medienvertreterinnen und Medienvertreter können sich für die Veranstaltung bis zum 8. Januar 2016 unter presse@iamo.de anmelden.
 
Darüber hinaus präsentiert sich das IAMO am 16. Januar 2016 in der Zeit von 9 bis 15 Uhr im CityCube Berlin auf der GFFA-Kooperationsbörse (Ebene 1, Halle A8). Am Informationsstand des IAMO können Sie mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ins Gespräch kommen und sich über die Forschungstätigkeiten des Instituts informieren.
 
Über den Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft und die Arbeitsgruppe Agrarwirtschaft
 
Der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft ist als gemeinsames Organ der Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft zentraler Ansprechpartner deutscher Unternehmen für die Märkte Russland, Belarus, Ukraine, Zentralasien, Südkaukasus und Südosteuropa. Er begleitet wichtige wirtschaftspolitische Entwicklungen in den bilateralen Beziehungen mit diesen Ländern und fördert Handel, Investitionen und Dienstleistungstransfers deutscher Unternehmen in der Region.
 
In der Arbeitsgruppe Agrarwirtschaft / German Agribusiness Alliance engagieren sich führende deutsche Fachverbände und Unternehmen der Agrar- und Ernährungswirtschaft in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) sowie dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) für die Kooperation mit Transformations- sowie Schwellen- und Entwicklungsländern im Agrar- und Ernährungssektor. Ziel der Arbeitsgruppe Agrarwirtschaft ist es, die Entwicklung der Landwirtschaft, Fischerei und Verarbeitungsindustrie in den Partnerländern im Sinne einer Modernisierungspartnerschaft durch die Bereitstellung von Know-how und modernen Betriebs- und Investitionsmitteln, die Förderung der Handelsbeziehungen sowie durch Direktinvestitionen aktiv zu unterstützen.
 
Über das IAMO
 
Das Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien (IAMO) widmet sich der Analyse von wirtschaftlichen, sozialen und politischen Veränderungsprozessen in der Agrar- und Ernährungswirtschaft sowie in den ländlichen Räumen. Sein Untersuchungsgebiet erstreckt sich von der sich erweiternden EU über die Transformationsregionen Mittel-, Ost- und Südosteuropas bis nach Zentral- und Ostasien. Das IAMO leistet dabei einen Beitrag zum besseren Verständnis des institutionellen, strukturellen und technologischen Wandels. Darüber hinaus untersucht es die daraus resultierenden Auswirkungen auf den Agrar- und Ernährungssektor sowie die Lebensumstände der ländlichen Bevölkerung. Für deren Bewältigung werden Strategien und Optionen für Unternehmen, Agrarmärkte und Politik abgeleitet und analysiert. Seit seiner Gründung im Jahr 1994 gehört das IAMO als außeruniversitäre Forschungseinrichtung der Leibniz-Gemeinschaft an.