Neue Impulse für eine Deutsch-Russische Wirtschaftspartnerschaft

11. November 2008

Übergabe von Empfehlungen des Ost-Ausschusses an die Wirtschaftsminister Glos und Nabiullina / Starke russische Beteiligung an 3. Deutsch-Russischer Mittelstandskonferenz und Sibirientag in Stuttgart
Die deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen sollen sich noch dynamischer entwickeln. Dieses Ziel verbindet die Teilnehmer der 3. Deutsch-Russischen Mittelstandskonferenz, die auf Initiative des Ost-Auschusses der Deutschen Wirtschaft am 11. November in Stuttgart stattfindet.

„Es gibt weltweit keinen Markt, der zuletzt so an Bedeutung für die deutsche Wirtschaft gewonnen hat wie Russland“, betonte der Vorsitzende des Ost-Ausschusses, Prof. Dr. Klaus Mangold. So habe sich das deutsche Handelsvolumen mit Russland seit dem Jahr 2000 fast verfünffacht. Der Export nach Russland sichere in Deutschland mittlerweile 70.000 Arbeitsplätze.

Beide Volkswirtschaften ergänzten sich sehr gut. „Deutschland ist der wichtigste Abnehmer russischer Rohstoffe; umgekehrt ist eine Modernisierung Russlands ohne deutsche Technik und ohne das Know-how des deutschen Mittelstandes undenkbar. Dieses Potenzial müssen wir noch besser ausschöpfen“, erklärte der Ost-Ausschuss-Vorsitzende. „Gerade die sich weltweit eintrübende Konjunktur muss unsere beiden Länder dazu ermutigen, noch enger zusammenzuarbeiten.“ In Russland sind bereits 4.600 deutsche Unternehmen mit Niederlassungen vertreten, darunter 4.300 Mittelständler.

Im Rahmen der Mittelstandskonferenz überreichte Mangold Vorschläge des Ost-Ausschusses zur Intensivierung der Wirtschaftsbeziehungen an Bundeswirtschaftsminister Michael Glos und die russische Ministerin für wirtschaftliche Entwicklung, Elvira Nabiullina. Die „Zwölf Kapitel für eine russisch-deutsche Wirtschaftspartnerschaft“ bündeln Erfahrungen der Mitgliedsunternehmen des Ost-Auschusses und sollen Investitionen in beiden Ländern erleichtern. Es werden Vorschläge zu vereinfachten Visa-Verfahren, zu gemeinsamen Standards und Zertifizierungen, zur beschleunigten Grenzabfertigung und zu einer intensiven Zusammenarbeit in den Wachstumsfeldern Energie, Gesundheit, Agrar und Hochtechnologie gemacht. Die deutsche Wirtschaft bietet ihren russischen Partnern Hilfe beim Aufbau eines breiten Mittelstandes und bei Investitionsvorhaben in Deutschland an. „Es geht darum, frische Kräfte für eine noch bessere Entwicklung unserer beiden Volkswirtschaften freizusetzen“, erklärte Mangold.   

Zwei große russische Wirtschaftsdelegationen mit zusammen 160 Personen sind nach Stuttgart gereist, um an der Mittelstandskonferenz und dem anschließenden  Sibirientag teilzunehmen. Die Delegationen werden von der russischen Wirtschaftsministerin sowie vom Bevollmächtigten des Russischen Präsidenten für den Föderalbezirk Sibirien, Anatoli Kwaschnin, angeführt. Mit dabei sind auch Gouverneure aus vier Regionen Sibiriens. „Die große Zahl russischer Teilnehmer unterstreicht eindrucksvoll die hohe Bedeutung, die Russland den Wirtschaftsbeziehungen mit Deutschland beimisst“, sagte Mangold.

Die 3. Deutsch-Russische Mittelstandskonferenz wird  vom Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft mit der Assoziation „Delowaja Rossija“, der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer Moskau und der IHK Region Stuttgart ausgerichtet. Die Konferenz findet in diesem Jahr im Rahmen des Forums Global Connect in der Neuen Messe Stuttgart statt.

Der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft führt jährlich eine Vielzahl von Informationsveranstaltungen, Unternehmerreisen und Konferenzen in und über die Länder des östlichen Europa durch. Die Organisation mit Sitz in Berlin versteht sich als Kompetenzcenter der deutschen Wirtschaft für die osteuropäischen und zentralasiatischen Zukunftsmärkte. Aktuell gehören dem Ost-Ausschuss große Wirtschaftsverbände und über 100 fördernde Mitgliedsunternehmen an. Mehrheitlich handelt es sich um mittelständische Betriebe.