Montenegro: Kleines Land mit großen Chancen

9. März 2011

Ost-Ausschuss-Veranstaltung im Rahmen der ITB

Casino Royale, der 21. Film in der James-Bond-Reihe, bescherte Montenegro vor fünf Jahren erhebliche internationale Aufmerksamkeit. Der Film, bei dem Bond eine Pokerpartie in einem montenegrinischen Casino durchzustehen hat, lenkte das Augenmerk auf das reizvolle Land zwischen Kroatien und Albanien. Montenegro hat touristisch einiges zu bieten. Anlass für den Ost-Ausschuss, am 9. März zu einer Montenegro-Veranstaltung auf die Internationalen Tourismusbörse ITB in Berlin einzuladen.

Die Kooperationsveranstaltung mit der Messe Berlin GmbH, dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH lockte rund 60 Unternehmensvertreter an.

Ernst Burgbacher, MdB, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundeswirtschaftsminister und Peter Tils, CEO für Mittel- und Osteuropa bei der Deutsche Bank AG, waren sich bei der Eröffnung der Veranstaltung einig: Montenegro ist zwar ein kleines Land, kann jedoch vor allem mit seinen touristischen Angeboten punkten. Das Vertrauen in die Zukunft des Landes beweist eine erfolgreich im Jahr 2010 durch die Deutsche Bank platzierte montenegrinische Anleihe, die sehr gut durch die Marktteilnehmer angenommen wurde. Die europäischen Ambitionen des Landes, das einen Beitrittsantrag in Brüssel eingereicht hat, sorgen für zusätzliche Impulse.

Dass dieser Kurs richtig und für das Land von Vorteil ist, unterstrich in Berlin der Minister für Tourismus und Nachhaltige Entwicklung, Predrag Sekulic. Sekulic betonte, dass mit der angestrebten Mitgliedschaft in der NATO und in der Europäischen Union gute Grundlagen bestünden, um international für den Standort Montenegro zu werben.

Um den bedeutendsten montenegrinischen Wirtschaftzweig, den Tourismus, qualitativ entwickeln zu können, müssten allerdings weitere Maßnahmen ergriffen werden. Nachholbedarf besteht nach Ansicht einiger Teilnehmer beispielsweise beim Angebot an qualitativ hochwertigen Hotels. Auch die Energie-, Versorgungs- und Verkehrsinfrastruktur und die Themen Aus- und Weiterbildung müssten ins Blickfeld genommen werden.

Dr. Tina Babo, Länderbeauftragte für Serbien, Bosnien und Herzegowina sowie Montenegro bei der KfW Entwicklungsbank betonte in diesem Zusammenhang, dass gerade in den Bereichen der Versorgungs- und der Energieinfrastruktur in den vergangenen Jahren bereits zahlreiche erfolgreiche Anstrengungen mit deutscher Unterstützung unternommen wurden. Die Wasserversorgung konnte verbessert und die Versorgung mit Frischwasser in den touristisch genutzten Küstengebieten auf ein neues Niveau gehoben werden. Die generelle Anbindung an Wasserentsorgungsstrukturen wird im Jahr 2011 realisiert.

Während der Diskussion machten die Redner schnell deutlich, dass Montenegro als „gutes Produkt“ auf dem Weltmarkt des Tourismus gute Chancen hat und der eingeschlagene Weg Richtung Europäische Union diese Position stärkt. Um die Chance zu nutzen, müsse das Land seine Authentizität wahren und mit Qualität im Hotel- und Gastwirtschaftsgewerbe punkten. Den Wettlauf mit Reisezielen in sehr günstigen Preiskategorien könne das Land dagegen nur verlieren, da es nicht über die dafür notwendigen Kapazitäten verfüge und aufgrund der Euro-Bindung nicht über Abwertungen die Preise günstiger gestalten könne.