Montenegrinischer Präsident in Berlin

13. Dezember 2011

Filip Vujanovic trifft Mitgliedsunternehmen des Ost-Ausschusses / Beitritt Montenegros zur WTO

Am Donnerstag, den 15. Dezember, traf der montenegrinische Staatspräsident Filip Vujanovic in Berlin mit Mitgliedsunternehmen des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft zusammen. Bei den Gesprächen, die Ost-Ausschuss-Geschäftsführer Rainer Lindner moderiert, ging es um eine engere Zusammenarbeit  und den bevorstehenden Beitritt Montenegros zur WTO, der im Rahmen des WTO-Ministerratstreffens vom 15. bis 17. Dezember in Genf beschlossen wurde. Beteiligt waren auf deutscher Seite Firmen aus den Bereichen Maschinen- und Anlagenbau, Tourismus, Telekommunikation und Finanzen.

„Mit dem WTO-Beitritt, für den sich auch der Ost-Ausschuss eingesetzt hat, erreicht Montenegro ein weiteres, wichtiges Etappenziel auf dem Weg zur vollständigen Integration in die Weltwirtschaft“, sagte Lindner. Nächster Schritt sei dann die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit der EU, die von Brüssel für Juni 2012 in Aussicht gestellt worden seien. „Der bevorstehende Beitritt Kroatiens zur EU wird die Entwicklung in der gesamten Region positiv beeinflussen und auch die EU-Beitrittsambitionen des benachbarten Montenegros beflügeln“, sagte Lindner. Wie im Falle Kroatiens, das am 9. Dezember 2011 den Beitrittsvertrag unterzeichnet hat und nach Abschluss des Ratifizierungsprozesses voraussichtlich am 1. Juli 2013 Mitglied werden wird, bot der Ost-Ausschuss auch Montenegro für den Beitrittsprozess seine Unterstützung an.

Montenegro hat 625.000 Einwohner und ist etwa so groß wie das Bundesland Schleswig-Holstein. Die Verhandlungen Montenegros zur WTO hatten bereits Ende 2004 begonnen, als sich das Land noch in einer Staatenunion mit Serbien befand. Mit dem Beitritt verpflichtet sich Montenegro unter anderem zur Absenkung von Zolltarifen, dem Abbau von Subventionen und Exportrestriktionen und der Gleichstellung ausländischer Investoren mit inländischen. Weiterhin großes Potenzial hat in Montenegro entlang der Adriaküste und in den bis zu 2500 Meter hohen Bergen die Tourismusindustrie. Zudem gibt es gute Bedingungen für die Entwicklung von Wind- und Wasserkraftwerken.