Moldau zu Gast in Brandenburg

3. Juni 2010

Bilateraler Wirtschaftstag in Potsdam trifft auf großes Interesse

Auf eine gute Resonanz bei den Unternehmen stieß der fünfte Deutsch-Moldauische Wirtschaftstag am 3. Juni 2010 in Potsdam. Der Ost-Ausschuss organisierte den Wirtschaftstag im Rahmen seines Partnerschaftsprojektes Moldau gemeinsam mit der Industrie- und Handelskammer Potsdam und der Botschaft der Republik Moldau. 80 Vertreter deutscher Unternehmen und Institutionen nahmen teil. Aus Moldau reiste eine 15-köpfige Delegation unter Leitung von Vizepremierminister und Wirtschaftsminister Valeriu Lazar an.

Im Vorfeld des Forums nutzten die angereisten moldauischen Unternehmensvertreter die Gelegenheit, den Kammerbezirk der Industrie- und Handelskammer Potsdam näher kennenzulernen. Dazu gehörte auch ein Besuch bei der Christine Berger GmbH. Das Unternehmen aus Werder an der Havel baut Sanddorn an und demonstrierte den Gästen aus Moldau, wie mit frischen Ideen und unternehmerischem Geschick wettbewerbsfähige Produkte hergestellt werden können. Gerade im Bereich der Landwirtschaft und Nahrungsmittelwirtschaft ergeben sich hier viele Parallelen zwischen Brandenburg und dem Land zwischen Prut und Dnjestr. 

Den Vorabend des Wirtschaftstages nutzte die Geschäftsführung des Ost-Ausschusses für ein Gespräch über die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen mit Vizepremier Valeriu Lazar und dem Minister für Bauen und Regionale Entwicklung, Marcel Raducan.

Der Wirtschaftstag wurde am 3. Juni mit Vizepremier Lazar als Keynotespeaker eröffnet. Ralf Christoffers, Minister für Wirtschaft und Europaangelegenheiten des Landes Brandenburg, unterstrich in seinem Grußwort die Bedeutung der Außenwirtschaft für die Region Berlin-Brandenburg. Die Exportförderung, so Christoffers weiter, bleibe fester Bestandteil der wirtschaftspolitischen Strategie der brandenburgischen Landesregierung.

Lazar betonte ebenfalls die Bedeutung der Exportwirtschaft für die Republik Moldau. Ziel der moldauischen Regierung sei es generell, ein qualitatives Wachstum zu erzeugen, das der breiten Bevölkerung zugute kommt. In den Jahren vor der Finanz- und Wirtschaftskrise hätte es zwar  Wachstum gegeben, allerdings ohne die erwünschten Entwicklungseffekte im Land. Moldau benötige Reformen, vor allem zum Abbau von Bürokratie und zur Unterstützung von Existenzgründern.

Unter dem Motto „Rethink Moldova“ hat die moldauische Regierung verschiedenste Formate entwickelt, um alle Gesellschaftsbereiche in die Umgestaltung des Landes einzubeziehen. Dieser Ansatz konnte auch viele der anwesenden deutschen Unternehmen überzeugen. Erfahrungsberichte deutscher Unternehmen sowie eine gelungene Präsentation der Freihandelszone Balti schlossen sich an.

Diskussionsschwerpunkte bildeten anschließend die Themen Landwirtschaft sowie das Thema Energie in allen seinen Facetten. Die Impulsreferate lieferten interessante neue Sichtweisen und stehen als Präsentation in der Spalte zum Download zur Verfügung (siehe Spalte rechts). Die abschließende Kontaktbörse nutzten zahlreiche Unternehmensvertreter für ein erstes Kennenlernen.  

Der Wirtschaftstag wurde wesentlich durch das Partnerschaftsprojekt der Deutschen Wirtschaft mit Einrichtungen der moldauischen Wirtschaft ermöglicht. Im Rahmen des Projektes werden Verbandsstrukturen in der Republik Moldau sowie internationale Wirtschaftskontakte gefördert. 

Stefan Kägebein