Mittel- und Osteuropa wieder auf Wachstumskurs

6. Dezember 2010

Beitrag des neuen Ost-Ausschuss-Vorsitzenden Eckhard Cordes zum Jahresausklang

Ich freue mich sehr, Sie an dieser Stelle erstmals als neuer Vorsitzender des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft begrüßen zu können. Nach über einem Jahrzehnt erfolgreicher Arbeit haben Klaus Mangold und seine Vorstandskollegen Burckhard Bergmann und Tessen von Heydebreck zum 1. Dezember ihre Ämter in jüngere Hände gelegt. Der Wechsel an der Spitze des Ost-Ausschusses geschieht zu einer Zeit, in der einerseits das Wachstum in Mittel- und Osteuropa wieder an Fahrt gewinnt, andererseits in der Weltwirtschaft neue Kraft- und Machtzentren entstehen.

Die klassischen Industriestaaten können diese Zentren immer weniger direkt beeinflussen. Zur Sicherung des Wirtschaftsstandorts Deutschland brauchen wir daher mehr gemeinsames Handeln. Dem Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft kommt dabei als zentrales Scharnier für das Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft – in Deutschland wie in unseren osteuropäischen und zentralasiatischen Partnerländern.

Nicht zuletzt dank der Arbeit des alten Vorstandes ist Deutschland in Mittel- und Osteuropa hervorragend positioniert. Der deutsche Export in diese Region wird 2010 um rund 20 Prozent zulegen. Das ist höher als der Zuwachs, den wir in Westeuropa oder in den USA registriert haben.

Die Länder im östlichen Europa sind uns historisch in vielfältiger Weise verbunden und kulturell nahe. Die europäische Einigung weiter voran zu bringen und die Länder, die am Rande der EU liegen, noch enger mit europäischen Strukturen zu vernetzen, dies bleiben wichtige Ziele des Ost-Ausschusses. Ein europäischer Freihandel, der auch Länder wie die Ukraine und Russland einschließt, die Vereinfachung der Grenzabfertigung bis hin zu Visa freiem Reisen in beide Richtungen, das sind Visionen, für die es sich einzutreten lohnt.

Große Vorhaben können nur dann gelingen, wenn Wirtschaft und Politik sich in einer Verantwortungspartnerschaft sehen. In dieser Hinsicht verläuft das Zusammenspiel zwischen Ost-Ausschuss und Bundesregierung erfolgreich. In ihrer Rede zum Abschied von Klaus Mangold bot Bundeskanzlerin Angela Merkel „einen ständigen Austausch und Dialog“ darüber an, wie wir die bestehenden Brücken erhalten und neue Brücken nach Osteuropa bauen können. Mit der entsprechenden Unterstützung aus der Politik und mit einem neuen, viele Branchen der deutschen Wirtschaft repräsentierenden Vorstand sind die Voraussetzungen ideal, die Erfolgsgeschichte des Ost-Ausschusses fortzuführen.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien ein frohes Fest und ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr.

Ihr

Eckhard Cordes
Vorsitzender des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft