Landwirtschaft in Osteuropa modernisieren – Welternährung sichern

13. Januar 2014

Ost-Ausschuss beteiligt sich vom 16. bis 18. Januar 2014 am Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) im Rahmen der Grünen Woche in Berlin 

Vom 16. bis 18. Januar 2014 treffen sich in Berlin über 70 Landwirtschaftsminister mit ihren Delegationen sowie rund tausend Experten und Wirtschaftsvertreter zum Global Forum for Food and Agriculture (GFFA), der politischen Auftaktveranstaltung zur Internationalen Grünen Woche. Das Leitthema des GFFA heißt in diesem Jahr „Landwirtschaft stärken – Krisen meistern – Ernährung sichern“.

Als Trägerverband des Global Forum for Food and Agriculture beteiligt sich die AG Agrarwirtschaft des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft traditionell mit zwei Veranstaltungen am „Grünen Davos" der Agrar- und Ernährungswirtschaft. In einer Diskussionsrunde zum Auftakt am 16. Januar wird es um die Modernisierung der Agrarwirtschaft in Südosteuropa gehen. Hier sind Vertreter aus Serbien und Kroatien beteiligt. Am 17. Januar werden in einem Symposium zur Agrarwirtschaft in Osteuropa unter anderem der ukrainische Landwirtschaftsminister  sowie der stellvertretende Landwirtschaftsminister aus Russland erwartet.

Angespannte Welternährungslage

Die Ernährungslage bleibt in vielen Teilen der Welt angespannt. Von derzeit rund sieben Milliarden Menschen hungern nach Angaben der Food and Agricultural Organization (FAO) eine Milliarde Menschen. Bis 2050 wird sich das Problem durch den Anstieg der Weltbevölkerung auf über neun Milliarden Menschen weiter verschärfen. Um diese wachsende Zahl von Menschen ausreichend ernähren zu könnten, müsste sich die Nahrungsmittelproduktion in den kommenden 35 Jahren verdoppeln. 

„Dank der Modernisierung des Agrar- und Ernährungssektors in Osteuropa kann die Region ihr Potenzial als Kornkammer Europas zunehmend besser wahrnehmen und damit zur Sicherung der Welternährung beitragen“, betont Dr. Thomas Kirchberg, Vorstandsmitglied der Südzucker AG und Sprecher der Arbeitsgruppe Agrarwirtschaft im Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft. „Die deutsche Agrarwirtschaft kann und will bei der Steigerung der Ernteerträge in Osteuropa eine wichtige Rolle übernehmen. Daher ist es gerade in einem politisch schwierigen Umfeld wichtig, die Gespräche zu Fragen der Zusammenarbeit im Agrar- und Ernährungssektor mit Osteuropa zu intensivieren“, so Kirchberg.

Insbesondere im Hinblick auf die erwarteten Auswirkungen des Klimawandels auf die Region seien Anpassungsstrategien wie die Entwicklung standortangepasster Anbausysteme sowie die Unterstützung von Bewässerungs- und Ernteversicherungssystemen für die Entwicklung der Landwirtschaft in Osteuropa von besonderer Bedeutung.

Folgende Veranstaltungen bietet die Arbeitsgruppe Agrarwirtschaft im Ost-Ausschuss in diesem Jahr im Rahmen des GFFA an:

 

1. Agrarwirtschaft als Motor wirtschaftlicher und sozialer Entwicklung in Südosteuropa

Veranstaltungspartner: Regional Rural Standing Working Group (SWG)
am 16. Januar 2014, 15:30 bis 17:30 Uhr, ICC Berlin Saal 8

Aufgrund des stetig steigenden globalen Fleischkonsums wächst weltweit die Nachfrage nach eiweißreichen Futtermitteln für die Tierhaltung. Der Anbau von Proteinträgern, insbesondere von Soja, hat in Südosteuropa eine lange Tradition. Die Region könnte deshalb einen wichtigen Beitrag zur Deckung des globalen Eiweißbedarfs leisten. Seit dem 1. Januar 2014 stehen allen südosteuropäischen Ländern EU-Vorbeitrittsmittel in relevanten Wirtschaftszweigen zur Verfügung, die für die Modernisierung der Agrarwirtschaft genutzt werden sollten. 

Nach einer Begrüßung durch Karl-Hubertus Reher,  Vorsitzender der AG Landwirtschaft und Ernährungsindustrie im Deutsch-Rumänischen Kooperationsrat, wird Matthias Krön, Präsident des Vereins „Donau Soja“, ins Thema der Veranstaltung einführen. An der anschließenden Diskussionsrunde nehmen  mit Vlado Condic, Geschäftsführer der kroatischen Poljoprivredno Produzece Orahovica, sowie Natalija Kurjak, Managerin für Marketing und Kommunikation der serbischen Viktorija Group, die Vertreter der größten Agrarunternehmen der Region teil. Ludger Breloh, Repräsentant der REWE Group, wird aus der Sicht eines global tätigen Retailers über Vermarktungschancen und Qualitätsansprüche für Produkte aus Südosteuropa berichten. Danilo Golubic, Staatssekretär im serbischen Agrarministerium, vertritt als Vorsitzender der Regional Rural Development Working Group (SWG) die Region politisch. Moderiert wird die Veranstaltung von Dr. Eli Kolundzija, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für internationale Entwicklungs- und Umweltforschung in Gießen.

 

2. Osteuropa als Schlüsselregion zur Bewältigung der Herausforderungen der Ernährungssicherung

Veranstaltungspartner: Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Mittel- und Osteuropa (IAMO) am 17. Januar 2014, 13:00 bis 15:00 Uhr, ICC Berlin, Saal 3

Im Mittelpunkt dieser Veranstaltung stehen die Agrarmärkte in Russland und der Ukraine. Nach den Eröffnungsansprachen durch  Dr. Eckhard Cordes, Vorsitzender des Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft, und Dr. Robert Kloos, Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, wird IAMO-Direktor Profess Alfons Balmann mit einem Kurzvortrag in die Thematik des Fachpodiums einführen. Anschließend legen Mikola Prisjaschnuk, Minister für Agrarpolitik der Ukraine, und Aleksandr Petrikov, Vizeminister für Landwirtschaft der Russischen Föderation, die Strategien und Maßnahmen der Agrarpolitik in ihren Ländern dar. Die genannten Teilnehmer werden gemeinsam mit dem Publikum über die Entwicklungspotenziale und Herausforderungen zur landwirtschaftlichen Produktionssteigerung und zur Verbesserung der Rahmenbedingungen im Agrarsektor sowie den ländlichen Räumen in Russland und der Ukraine diskutieren. Als Vertreter aus der Wirtschaft werden Dr. Alex Lissitsa, Generaldirektor Industrial Milk Company in Kiew, Stefan Dürr, Präsident von Ekoniva, und Dr. Reiner Beste, Leiter des Geschäftsbereichs Health & Nutrition der Evonik Industries AG, erwartet. Die Veranstaltung wird von Dr. Thomas Kirchberg, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Agrarwirtschaft im Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft, moderiert.

Interessierte Medienvertreter können sich noch bis zum 15. Januar 2014 kostenfrei für die Veranstaltung unter presse@iamo.de anmelden.

 

3. Food Security: Identify Challenges – Increase Resilience

Internationales Wirtschaftspodium mit Abendempfang für die internationalen Delegationen am 18. Januar 2014, ab 15:00 Uhr, Hauptstadtrepräsentanz der Deutschen Telekom

Traditionell findet am Abschlusstag des GFFA ein hochrangig besetztes Internationales Wirtschaftspodium statt. Diskutiert werden Beispiele von führenden Unternehmen der Agrarwirtschaft, der Ernährungsindustrie und des Lebensmittelhandels, die zukunftsweisend sind für neue, „grüne“ Wege des Wachstums. Über die Rolle der Agrar- und Ernährungswirtschaft und ihren Beitrag zur Ernährungssicherung diskutieren Vertreter aus Politik, Wirtschaft und internationalen Organisationen wie der Weltbank, OECD und der FAO

Das ausführliche Programm zum GFFA-Fachpodium und Informationen zur Kooperationsbörse sowie den diversen Veranstaltungen auf dem Global Forum for Food and Agriculture 2014 finden Sie hier: www.gffa-berlin.de 

Journalisten, die allgemein eine Teilnahme an GFFA-Veranstaltungen planen, nutzen bitte die normalen Akkreditierungsmöglichkeiten für Teilnehmer über diese Internet-Seite www.gffa-berlin.de 

 

AG Agrarwirtschaft im Ost-Ausschuss

Der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft ist als gemeinsames Organ der Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft zentraler Ansprechpartner deutscher Unternehmen für die Märkte Russland, Belarus, Ukraine, Zentralasien, Süd-Kaukasus und Südosteuropa. Er begleitet wichtige wirtschaftspolitische Entwicklungen in den bilateralen Beziehungen mit diesen Ländern und fördert Handel, Investitionen und Dienstleistungstransfers deutscher Unternehmen auf den schwierigen Märkten der Region. Mit der Arbeitsgruppe Agrarwirtschaft bündelt der Ost-Ausschuss als einzige Regionalinitiative der deutschen Wirtschaft seit 2001 das internationale Engagement der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft und engagiert sich als Träger des GFFA Berlin e.V.

 

GFFA e.V.

Das GFFA wird vom Global Forum for Food and Agriculture Berlin e.V. durchgeführt, den führende Organisationen der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft im Dezember 2011 gegründet haben. Mit der Gründung unterstreicht die Branche ihr Engagement für die Verbesserung der globalen Nahrungsmittelversorgung und den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen. Die Gründungsmitglieder sind: die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie, der Deutsche Bauernverband, die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft, die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit und der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft.