Klimawandel und Welternährung

12. Januar 2010

Beitrag von Dr. Thomas Kirchberg, Russland-Sprecher der AG Agrarwirtschaft im Ost-Ausschuss

Mit dem Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) haben das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und die deutsche Wirtschaft den Grundstein für ein Dialogforum gelegt, auf dem zum Auftakt der Internationalen Grünen Woche in Berlin die zentralen Zukunftsfragen der globalen Ernährungssicherung diskutiert werden.

Ausgehend von den Ergebnissen des G8-Gipfels in L’Aquila/Italien und der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen/Dänemark kommen im Januar 2010 Agrarminister aus aller Welt, Entscheidungsträger der Agrar- und Ernährungswirtschaft sowie Vertreter von Wissenschaft und Zivilgesellschaft in Berlin zusammen, um die Herausforderungen des Klimawandels an die Sicherung der Welternährung zu erörtern und Lösungsstrategien zu entwickeln.

Bis zum Jahre 2050 wird die Agrar- und Ernährungswirtschaft ihre Produktion aufgrund des Bevölkerungs- und Einkommenswachstums vor allem in Entwicklungsund Schwellenländern voraussichtlich verdoppeln müssen. Gleichzeitig muss sich die Branche immer schneller den verändernden Klimabedingungen anpassen sowie die Klima- und damit auch Ressourceneffizienz der Produktion steigern. An diesen Fragestellungen setzt das parallel zum Berliner Agrarministergipfel stattfindende Internationale Wirtschaftspodium mit dem Thema „Limited Resources and Climate Change – Managing a Turbulent Future“ an, das vom Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit und den Spitzenverbänden der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft ausgerichtet wird.

Die Entwicklung moderner, klimaeffizienter Technologien für die Agrar- und Ernährungswirtschaft kann weltweit einen wichtigen Beitrag zur Steigerung der Agrarproduktion und zur Minimierung von Treibhausgasemissionen leisten. Der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft hat mit den Mitgliedsunternehmen und -verbänden der Arbeitsgruppe Agrarwirtschaft Modellprojekte für die Zusammenarbeit mit seinen Partnerländern im Bereich Agrar- und Ernährungswirtschaft im Sinne einer Modernisierungspartnerschaft entwickelt, die die Anwendung moderner Agrar- und Verarbeitungstechnologien in Osteuropa und Zentralasien fördern.

Diese Ansätze setzen neben der Bereitstellung moderner Technologien insbesondere im Bereich Ausbildung und Beratung an. Sie können in Osteuropa und weltweit einen entscheidenden Beitrag leisten, die Bodenfruchtbarkeit zu verbessern und die Wasser- und Energieeffizienz der Agrarproduktion zu steigern, um damit den Risiken des Klimawandels für die Landwirtschaft zu begegnen und die Lebensmittelerzeugung langfristig und nachhaltig steigern zu können.

Dr. Thomas Kirchberg
Mitglied des Vorstandes, Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt und Russland-Sprecher der
AG Agrarwirtschaft im Ost-Ausschuss